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Amerika : Hilfspolizist tötet sechs Jugendliche

  • Aktualisiert am

Trauerarbeit in Crandon Bild: AP

Der Amoklauf eines Hilfspolizisten hat in der amerikanischen Kleinstadt Crandon sieben Menschen das Leben gekostet. Der 20-Jährige erschoss seine 18 Jahre alte Freundin und fünf gemeinsame Schulfreunde. Er wurde von einem Scharfschützen getötet.

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          Ein Hilfssheriff hat im amerikanischen Bundesstaat Wisconsin bei einem Amoklauf am Sonntag sechs Jugendliche erschossen und einen weiteren lebensgefährlich verletzt. Der 20-Jährige wurde nach einer Verfolgungsjagd von einem Scharfschützen erschossen, wie die Behörden der 2000-Einwohner-Gemeinde Crandon unweit der kanadischen Grenze mitteilten. Der Täter, der zur Tatzeit offenbar nicht im Dienst war, erschoss dort während einer Party seine 18 Jahre alte frühere Freundin sowie fünf weitere Jugendliche im Alter zwischen 14 und 20 Jahren.

          Der örtliche Rundfunksender WTMJ berichtete, insgesamt hätten an der Feier zehn Jugendliche teilgenommen, die sich zum Teil aus der Crandon High School kannten und seit Jahren miteinander befreundet waren. „Dies ist ein tragischer Abend, der wahrscheinlich alle Familien unserer Gemeinde betrifft“, sagte ein Polizeimitarbeiter des Bezirks Forest, zu dem das Dorf gehört. Etwa 200 Menschen fanden sich auf der Suche nach Trost und Informationen in der örtlichen Kirche ein. Pastor Bill Farr sagte, die Gemeinde werde viel Zeit benötigen, um diese Tragödie zu verarbeiten.

          „Ein guter Junge“

          Der 17-jährige Cody Hanson, der den Täter kannte und mit zwei der erschossenen Mädchen in die gleiche Klasse ging, sagte, er könne sich die Tat nicht erklären. Der Hilfssheriff habe überhaupt nicht so gewirkt, als sei er zu einem solchen Verbrechen fähig. Fay Statezny, der sowohl mit dem Täter als auch mit einigen seiner Opfer befreundet war, sagte, Peterson sei „ein guter Junge“ gewesen. „Er jagte und angelte gern, ein normaler Jugendlicher, und alle waren sie Freunde.“ Als Tatmotiv wurde Eifersucht vermutet.

          Experten zufolge inszenieren Amokläufer ihre Gewalttat und nehmen dabei den eigenen Tod in Kauf. Die Täter, zumeist Männer, handeln nicht im Affekt. Die Tat ist vielmehr der Abschluss einer langen Fehlentwicklung und unbewältigter psychischer Konflikte. Die soziale Kompetenz und die Fähigkeit, Ärger und Stress zu verarbeiten, sind nur gering entwickelt. Negative Ereignisse empfinden Amokläufer schnell als persönliche Kränkungen. Häufig treten sie im Alltag scheinbar angepasst und zurückhaltend auf.

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