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Katholische Kirche in Amerika : Ermittler gehen von mehr als 1000 Missbrauchsopfern aus

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„Jahrzehntelange Vertuschung“ : Generalstaatsanwalt Josh Shapiro geht von mehr als 1000 Opfern aus. Bild: AP

Mehr als 300 Priester sollen in den Vereinigten Staaten Kinder sexuell missbraucht haben. Die Taten erstrecken sich über 70 Jahre – und wurden offenbar durch Kirchenobere vertuscht.

          Ermittlungsbehörden im amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania haben erschütternde Details über das Ausmaß von sexuellem Missbrauch und dessen Vertuschung in der katholischen Kirche der Vereinigten Staaten ans Licht gebracht. Die Behörden beschuldigen mehr als 300 namentlich genannte katholische Priester, sich des sexuellen Missbrauchs von Kindern schuldig gemacht zu haben. Die Taten erstrecken sich über einen Zeitraum von 70 Jahren und auf das Gebiet von sechs der acht Diözesen im Bundesstaat Pennsylvania.

          Generalstaatsanwalt Josh Shapiro, der die bisherigen Ermittlungsergebnisse am Dienstag vorstellte, geht von mehr als 1000 Opfern aus. Er glaube, dass viele Opfer sich nicht gemeldet hätten. Shapiro sprach von einer „jahrzehntelangen Vertuschung“ durch ranghohe Kirchenobere in Pennsylvania und im Vatikan.

          Der Untersuchungsbericht stützt sich auf dutzende Zeugenaussagen und eine halbe Million Seiten kircheninterner Dokumente. Fast alle der aufgezählten Fälle seien mittlerweile verjährt, heißt es in dem Bericht. Zwei Priester hätten jedoch innerhalb der vergangenen zehn Jahre Kinder missbraucht.

          Die meisten Opfer waren der Untersuchung zufolge Jungen, viele von ihnen hatten noch nicht das Alter der Pubertät erreicht. Die Täter hätten Alkohol und Pornografie eingesetzt. Kinder seien begrapscht oder vergewaltigt worden.

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