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Amanda Knox : „Italien fehlt mir sehr“

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Strebt nach Versöhnung: Amanda Knox (Archivbild) Bild: dpa

Ende Januar soll im dritten Mordprozess gegen Amanda Knox das Urteil gesprochen werden. Die Angeklagte hofft auf eine Versöhnung: Sie will die Familie des Mordopfers treffen.

          Im Prozess um die Ermordung der britischen Studentin Meredith Kercher im November 2007 hat die Verteidigung am Donnerstag in Florenz in ihrem ersten Schlussplädoyer den Vorwurf der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen, die beiden Hauptangeklagten hätten die Sprachstudentin in einem Rausch von Sex und Gewalt umgebracht.

          Seit September müssen sich die Amerikanerin Amanda Knox und ihr damaliger italienischer Freund Raffaele Sollecito wieder vor Gericht verteidigen, nachdem das Oberste Gericht im März vergangenen Jahres einen früheren Freispruch aufgehoben hatte. Während die Amerikanerin aus Seattle wegen ihres Misstrauens gegenüber dem italienischen Rechtssystem und der Angst, wieder in Haft zu kommen, nicht am Prozess teilnimmt, erschien Sollecito mit seinem Vater. Seine Verteidigerin Giulia Bongiorno sagte, es habe zwischen Knox und Sollecito keine sexbesessene Beziehung bestanden, sondern die Zärtlichkeit zwischen zwei jungen Menschen. Die Staatsanwaltschaft fordert für Knox 30 Jahre und für Sollecito 26 Jahre Freiheitsstrafe.

          Derweil sagte Amanda Knox in Seattle, sie sehne sich nach einer Versöhnung mit Meredith Kerchers Familie. „Ich will ihr direkt sagen, dass ich nichts mit dem Mord zu tun habe, dass ich ihre Tochter gern hatte und wir Freundinnen waren“, sagte die Amerikanerin der Zeitung „Repubblica“. Die Studentin war halbnackt, vergewaltigt, mit durchschnittener Kehle und 45 Messerstichen in ihrem WG-Zimmer in Perugia gefunden worden. Amanda Knox, die mit ihr zusammen wohnte, sagte, sie wäre gerne zum Prozess gekommen; ihr fehle Italien sehr: „Aber ich habe Angst, ich saß vier Jahre im Gefängnis, ohne etwas Böses getan zu haben, und obwohl ich meine Unschuld herausschrie, glaubte mir niemand.“

          Während Sollecito auch wegen seines „tiefen Glaubens“ auf Gerechtigkeit setze, sei sie weniger optimistisch. Sie erhoffe sich aber, dass der Prozess „ein für alle Mal“ feststellt „dass ich meine Freundin Meredith nicht ermordet habe“.

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