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Tat wird zu Politikum : Afghane stellt sich nach Bluttat in Österreich

Wohnhaus in Steyr: Hier ist das Mädchen getötet worden. Bild: dpa

Europaweit wurde nach dem Siebzehnjährigen gesucht, jetzt hat er sich in Wien an einem Bahnhof der Polizei gestellt. Der Jugendliche wird verdächtigt, ein 16 Jahre altes Mädchen im österreichischen Steyr erstochen zu haben.

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          Ein wegen Mordverdachts europaweit gesuchter Siebzehnjähriger hat sich am Dienstag in Wien an einem Bahnhof der Polizei gestellt. Der Fahndungsdruck sei offensichtlich zu groß gewesen, meinte ein Polizeisprecher. Der junge Afghane wird verdächtigt, am Sonntag ein 16 Jahre altes Mädchen im österreichischen Steyr erstochen zu haben.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Die Jugendliche war am Sonntagabend von ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester tot in ihrem Zimmer aufgefunden worden. Sie hatte zwei Stichwunden im Rücken, die ihr wahrscheinlich mit einem Messer zugefügt worden waren, das sich im Zimmer befand. Der Verdächtige war nach den Worten der Staatsanwaltschaft mit dem Mädchen in einer „On-Off-Beziehung“. Er war in einer nahegelegenen Asylunterkunft untergebracht, wo er aber nicht angetroffen wurde.

          Das Pärchen hatte sich am Sonntag in das Zimmer des Mädchens in der Wohnung seiner Mutter zurückgezogen. Da die Mutter bis zum späten Abend nichts mehr von ihr sah oder hörte, suchte sie das Zimmer auf und fand es mit einem Schrank verbarrikadiert. Den schoben Mutter und Schwester beiseite und fanden die Jugendliche leblos unter einem Haufen Kleider vor.

          Die Obduktion hat inzwischen ergeben, dass ein Messerstich von hinten in die Lunge tödlich war. Das Fenster war geöffnet, der junge Afghane – laut Medienberichten in Österreich unter subsidiärem Schutz lebend – verschwunden. Die Polizei ortete sein Mobiltelefon noch einmal in Wien, ehe es offenbar abgeschaltet wurde.

          Die Herkunft des mutmaßlichen Täters machen die Tat in Österreich zu einem Politikum. Im Unterschied zu früheren Fällen wurde sie mit den ersten Mitteilungen öffentlich gemacht. Die rechte Partei FPÖ macht die frühere Kanzlerpartei SPÖ und deren „Willkommenspolitik“ für die Tat verantwortlich.

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