https://www.faz.net/-gum-a4vih

Prozess gegen Clanchef : Verfahren wegen Bushidos Corona-Infektion unterbrochen

Bushido, steht im Bundesverwaltungsgericht. Der Rapper hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Bild: dpa

Eigentlich sollte Bushido am Mittwoch abermals als Zeuge aussagen – doch der Rapper hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Einige Wachtmeister müssen nun in Quarantäne, die Richter haben ihre Arbeit vorsorglich nach Hause verlagert.

          2 Min.

          Der Prozess gegen Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder vor dem Landgericht Berlin ist wegen der Corona-Infektion Bushidos für zwei Wochen unterbrochen worden. Der Rapper mit dem bürgerlichen Namen Anis Ferchichi hatte als Hauptbelastungszeuge noch am Montag mehrere Stunden lang ausgesagt. Dafür durfte er seinen Mund-Nasen-Schutz absetzen. Wie das Gericht mitteilte, wurden Wachtmeister, die unmittelbar Kontakt zu ihm hatten, am Mittwoch unter Quarantäne gestellt. Die Richter hätten ihre Arbeit vorsorglich nach Hause verlagert, alle Zuschauer seien informiert worden. Die Verhandlung findet in einem der größten Säle des Kriminalgerichts Moabit statt. Die Zahl der Pressebeobachter und Zuschauer ist streng begrenzt, regelmäßig wird gelüftet. Am Montag galten zum ersten Mal nicht nur Abstandsregeln, sondern auch eine Maskenpflicht.

          Julia Schaaf

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Bushidos Anwalt Steffen Tzschoppe, der während der Aussage am Montag unmittelbar neben dem Rapper saß, hat sich nach eigenen Angaben in Quarantäne begeben und wartet dort auf sein Testergebnis. Hansgeorg Birkhoff, einer der Verteidiger von Arafat Abou-Chaker, sagte der F.A.Z., er werde mit seinem Mandanten besprechen, ob dieser sich ebenfalls testen lasse. Weil Abou-Chaker seit seiner Kindheit an Asthma leidet, trug er am Montag keine Maske. Er saß aber mehrere Meter von Bushido entfernt. „Im Grunde genommen ist er mit seiner Grunderkrankung besonders schutzwürdig“, sagte Birkhoff. Er sei schon Dienstag Abend von Bushidos Anwalt informiert worden und habe geantwortet: „Eine solche Infektion ist niemandem zu wünschen.“

          „Nehmt das nicht auf die leichte Schulter“

          Der Rapper, der am Dienstag auf Instagram von dem Testergebnis und Symptomen berichtet hatte, wandte sich auf derselben Plattform am Mittwoch aus seinem heimischen Badezimmer mit einem Video an seine 1,6Millionen Abonnenten. „Wir sind jetzt alle hier in Quarantäne, ein Riesenhaushalt, alles lahmgelegt“, sagte er. Bushido appellierte ausdrücklich an Verschwörungstheoretiker, das Virus ernst zu nehmen. „Wenn ihr gesund sein solltet, freut euch, und haltet euch an die Regeln. Nehmt das nicht auf die leichte Schulter.“

          Eigentlich hätte Bushido sich am Mittwoch Fragen zu seiner langjährigen Partnerschaft mit Abou-Chaker stellen sollen, bevor es 2017 zur Trennung kam. Mit den eigentlichen Tatvorwürfen – unter anderem Erpressung, Freiheitsberaubung, Körperverletzung – hat sich das Gericht bisher nicht beschäftigt. Bushido beschreibt sich in seiner Aussage als Opfer Abou-Chakers, von dessen fragwürdigen Immobilien- und Finanzgeschäften will er wenig gewusst haben. Das Magazin „Stern“ hingegen behauptete vergangene Woche, Bushido selbst könnte „im großen Stil Versicherungsbetrug“ begangen haben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Eine ANimation des Geräts, dass Weltraum-Müll abschleppen soll.

          Müllmission : Europa räumt im Weltall auf

          Die ESA vergibt erstmals einen Auftrag für einen Abschlepp-Satelliten, um Schrott im All zu beseitigen. Die Mission soll Schule machen, doch es gibt viel zu tun. Umweltbewusstsein ist im Weltraum noch nicht angekommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.