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Bislang acht Verdächtige : Abermals Festnahme im Missbrauchsfall Bergisch Gladbach

  • Aktualisiert am

Im Missbrauchsfall wurde ein achter Verdächtiger festgenommen. (Symbolbild) Bild: dpa

Damit hat die Polizei inzwischen acht Verdächtige ermittelt. Ihnen wird sexueller Missbrauch vorgeworfen, teilweise an den eigenen Kindern. Der Ermittler gehen von weiteren Tätern und Opfern aus.

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          Der Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach hat die Polizei bei der Auswertung von Chats zu einem weiteren Verdächtigen geführt. Ein 47-Jähriger aus Lünen sei festgenommen worden und sitze bereits in Untersuchungshaft, sagte der Kölner Staatsanwalt Ulrich Bremer am Montag. Es bestehe der Verdacht auf sexuellen Missbrauch – anders als bei den anderen festgenommen Verdächtigen allerdings nicht von eigenen Kindern, sondern anderen Opfern. Es ist die achte Festnahme in dem Missbrauchsfall, der immer weitere Kreise zieht. Die Männer sollen Kinder sexuell missbraucht und Fotos und Videos davon in Chat-Gruppen mit bis zu 1800 Mitgliedern verbreitet haben.

          Bislang war von neun Geschädigten im Altern von unter ein bis elf Jahren die Rede. Die Polizei ist derzeit damit mit mehr als 150 Ermittlern beschäftigt, rund zehn Terabyte an Datenmaterial auszuwerten, teilweise mit „beweiserheblichem, kinderpornografischen Material“. Parallel laufen im Wohnhaus eines Festgenommenen in Alsdorf nahe Aachen Durchsuchungen, die voraussichtlich noch mehrere Tage dauern sollen. Die Ermittler gehen von weiteren Tätern und Opfern aus.

          Die bislang Festgenommenen stammen fast alle aus NRW, lediglich einer kommt aus Hessen. Als Zentrum der Fälle gilt Bergisch Gladbach, da dort in der Wohnung eines 42 Jahre alten Familienvaters bei Durchsuchungen große Datenmengen sichergestellt wurden. Insbesondere durch die Auswertung seines Smartphones ergaben sich Hinweise auf weitere Täter. Die Verdächtigen, unter anderem aus Wesel, Krefeld und Lünen bei Dortmund, sitzen mittlerweile alle in Untersuchungshaft.

          Wie sich die Mitglieder der riesigen Chat-Gruppen vernetzt hätten, sei derweil noch völlig unklar, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Polizei-Seelsorger Dietrich Bredt-Dehnen, der bereits viele Kinderporno-Ermittlungen begleitet hat, erklärt die übliche Vernetzung der Szene wie folgt: Nicht nur im Darknet, sondern auch im frei zugänglichen Internet gebe es Foren, die auf den ersten Blick gar nichts mit Kinderpornografie zu tun hätten, sondern etwa harmlose Bilder von Kindern beim Turnen oder Schwimmwettbewerben zeigten. Mit entsprechenden Formulierungen verständige sich die Szene untereinander, erkenne sich und vernetze sich dann auf anderen Wegen.

          Unklar ist auch, ob die Behörden den Verdächtigen bereits früher auf die Schliche hätten kommen können. Einer der mutmaßlichen Täter sei bereits im Juni wegen Missbrauchs ins Visier geraten, hat die „Rheinische Post“ am Freitag berichtet. Nach einem umfassenden Geständnis des Verdächtigen sei damals ein Kontaktverbot für den Mann verhängt worden, hieß es von der Staatsanwaltschaft Kleve auf Anfrage. Zu diesem Zeitpunkt habe es jedoch noch keine Hinweise auf schweren Missbrauch oder die Verbreitung von Kinderpornos in Chats gegeben.

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