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32 Jahre nach dem Missbrauch : Polanski scheitert

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Roman Polanski ist mit seinem Antrag gescheitert, das Vergewaltigungsverfahren nach 32 Jahren für geschlossen zu erklären. Bild: dpa

Roman Polanski ist mit seinem Antrag gescheitert, das Verwaltigungsverfahren in Kalifornien nach 32 Jahren für geschlossen zu erklären. Dabei setzt sich selbst sein damaliges Opfer für das Ende des Verfahrens ein.

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          Oscar-Preisträger Roman Polanski ist mit seinem Antrag, das Vergewaltigungsverfahren in Kalifornien nach 32 Jahren endlich für geschlossen zu erklären, zunächst gescheitert. Richter Peter Espinoza vom Superior Court in Los Angeles setzte dem in Frankreich lebenden Regisseur am Dienstag eine Frist. Danach muss der 75 Jahre alte Polanski bis zum 7. Mai vor dem Gericht erscheinen, um sein Anliegen persönlich vorzutragen. Ihm droht bei der Einreise in die Vereinigten Staaten jedoch, festgenommen und hinter Gitter gesetzt zu werden, weil er in den Augen der amerikanischen Justiz seit 1978 als flüchtig gilt.

          Polanski hatte sich damals schuldig bekannt, eine Dreizehnjährige in der Villa von Hollywoodstar Jack Nicholson mit Champagner und Drogen zum Sex verführt zu haben. Er verbrachte 42 Tage in psychiatrischer Beobachtung, floh dann aber nach Frankreich, um einer Gefängnisstrafe in Kalifornien zu entgehen. Inzwischen setzt sich selbst sein damaliges Opfer für das Ende des Verfahrens gegen ihn ein. Die heute Fünfundvierzigjährige ist verheiratet und lebt mit Mann und drei Kindern auf Hawaii.

          Juristische Fehler im Verfahren

          Richter Espinoza stimmte Polanskis Anwälten bei der Anhörung am Dienstag zu, dass bei dem ursprünglichen Verfahren gegen Polanski 1978 juristische Fehler gemacht worden sein könnten. Diese hatte die Filmemacherin Marina Zenovich in ihrer Fernsehdokumentation „Roman Polanski: Wanted and Desired“ bloßgelegt. „Man kann kaum bestreiten, dass einige in dem Film gezeigte Verhaltensweisen nicht korrekt waren“, bestätigte Espinoza am Dienstag. So soll der ursprünglich zuständige Richter Laurence Rittenband Absprachen mit der Anklage getroffen und einen Prozessbeobachter gefragt haben, welche Strafe er denn für angemessen halte.

          Polanski setzte sich aus Angst vor einer längeren Gefängnisstrafe nach Frankreich ab. Dort lebt er seit 1989 in dritter Ehe mit der französischen Schauspielerin Emmanuelle Seigner zusammen und hat mit ihr zwei Kinder.

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