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18 Jahre nach Entführung : Staatsanwaltschaft auf Spur des Reemtsma-Lösegelds

  • Aktualisiert am

Der Reemtsma-Entführer Thomas Drach war im Oktober 2013 nach mehr als 15 Jahren aus der Haft entlassen worden. Nur ein Bruchteil des Lösegeldes tauchte bisher auf, nun haben die Ermittler eine Spur. Zwei Männer wurden festgenommen.

          Die Aachener Staatsanwaltschaft scheint eine neue Spur zu den verschwundenen Millionen aus dem Reemtsma-Lösegeld zu haben. Nach monatelangen Ermittlungen seien am vergangenen Mittwoch in Aachen und auf Mallorca zwei Personen festgenommen worden, sagte ein Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft am Samstag. Sie sollen Personen aus dem Frankfurter Rotlichtmilieu erpresst haben, die offenbar mit dem Reemtsma-Lösegeld in Verbindung gekommen waren.

          Spanische Zeitungen berichteten, dass bereits am vergangenen Mittwoch der 62-jährige Deutsche Horst R., der mit dem verbotenen Frankfurter Charter „Westend“ der Hells Angels in Verbindung stehen soll, in seinem Haus in Portitxol auf Mallorca festgenommen worden sei. Die großangelegte internationale Operation lief in Spanien unter dem Decknamen „Big Man“, in Deutschland unter dem Namen „Black Mail“.

          Spanische Ermittler gehen davon aus, dass das verschwundene Lösegeld im Milieu der Hells Angels gewaschen worden sei. Der nun festgenommene Horst R. und ein weiteres festgenommenes Mitglied der Rockerbande in Deutschland sollen die Geldwäscher erpresst haben.

          Der Reemtsma-Entführer Thomas Drach war im Oktober 2013 nach mehr als 15 Jahren aus der Haft entlassen worden. Drach und seine Komplizen hatten im Frühjahr 1996 den damals 43 Jahre alten Millionen-Erben Jan Philipp Reemtsma vor dessen Haus in Hamburg überwältigt. Viereinhalb Wochen lang hielten sie ihn angekettet in einem Verlies bei Bremen fest. Gegen ein Rekordlösegeld von 15 Millionen Mark und 12,5 Millionen Schweizer Franken kam Reemtsma schließlich frei. Von der Beute tauchte bisher nur ein Bruchteil auf.

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