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Organisiertes Verbrechen : 1027 Festnahmen bei internationaler Polizei-Operation

  • -Aktualisiert am

Rob Wainwright (links), Chef von Europol, vermeldet die Erfolge der Operation „Archimedes“ Bild: AFP

Es ist ein schwerer Schlag gegen das organisierte Verbrechen: Eine Woche lang sind 20.000 Polizisten aus 34 Ländern gegen Verbrechen wie Menschenhandel und Waffenschmuggel vorgegangen. Dabei wurden mehr als 1000 Personen festgenommen.

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          Der Polizei ist ein schwerer Schlag gegen das organisierte Verbrechen in Europa gelungen. In der Operation „Archimedes“ sind Polizeikräfte aus 34 Ländern gemeinsam gegen Verbrechen wie Menschenhandel, Drogen- oder Waffenschmuggel vorgegangen. Vom 15. bis zum 23. September wurden dabei 1027 Personen festgenommen.

          Europol, die europäische Polizeibehörde, hatte die Operation „Archimedes“ initiiert, unterstützt von Eurojust, Frontex und Interpol. Mehr als 20.000 Polizisten waren an der Operation beteiligt. Sie kontrollierten unter anderem Straßen, Grenzübergänge, See- und Flughäfen. Dabei wurden 599 Kilogramm Kokain, 200 Kilogramm Heroin und 1,3 Tonnen Marihuana beschlagnahmt. Zudem wurden 30 Kinder aus den Händen von Menschenhändlern befreit. Die mehr als 1000 Festnahmen seien eine Mahnung auch an schwerkriminelle Banden, dass die internationalen Strafverfolgungs-Gemeinschaft entschlossen sei, ihre illegale Aktivitäten zu bekämpfen, sagte Rob Wainwright, der Direktor von Europol.

          17 Festnahmen in Deutschland

          Dass sich die internationale Operation gleich gegen mehrere verbrecherische Aktivitäten richtet, ist bisher einzigartig. Zwar habe es schon früher gemeinsame Aktionen zur Bekämpfung einzelner Straftaten gegeben, in dieser Größenordnung sei „Archimedes“ aber die erste internationale Aktion, sagte eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes (BKA).

          In Deutschland waren zwölf Landeskriminalämter, die Bundespolizei, das Zollkriminalamt und das BKA an „Archimedes“ beteiligt. Es wurden 17 Personen festgenommen; elf von ihnen wegen des Verdachts der Einschleusung von Ausländern. Drei Personen wurden wegen der Einfuhr von Rauschgift verhaftet. Die Polizei beschlagnahmte zwei Kilogramm Kokain. Außerdem wurden in Berlin drei italienische Staatsangehörige auf frischer Tat beim Einbruch in ein Antiquitätengeschäft ertappt. Zudem wurden 241 illegal eingereiste Menschen entdeckt.

          „Organisierte Kriminalität hat viele Gesichter und ist international“, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke. „Dieser Entwicklung muss mit einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden entgegengewirkt werden.“ Neben den 28 EU-Mitgliedstaaten beteiligten sich auch Australien, Kolumbien, Norwegen, Serbien, die Schweiz und die Vereinigten Staaten.

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