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Kriminalität : Jubel über Festnahme des Tijuana-Drogenbosses

  • Aktualisiert am

Zufriedenheit auf höchster Ebene: Die Staatschefs der USA und Mexikos haben ausdrücklich die Festnahme des Chefs des Tijuana-Drogenkartells gewürdigt.

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          Die USA haben die Festnahme eines der größten mexikanischen Drogenbosse als „großen Sieg“ bezeichnet. Die Festnahme von Benjamín Arellano Félix sei „ein großer Sieg für die mexikanische Polizei“, sagte US-Außenamtsprecher Richard Boucher am Montag (Ortszeit) in Washington.

          Das vom 49-jährigen Arellano Félix angeführte Drogenkartell von Tijuana sei eines der gefährlichsten und brutalsten der Welt, das tonnenweise Drogen in die USA schaffe, sagte Boucher. Schätzungen der US-Anti-Drogen-Behörde DEA zufolge schmuggelt das Tijuana-Kartell rund ein Viertel des in den USA konsumierten Kokains über die Grenze. Bei einem Telefonat mit dem mexikanischen Staatschef Vicente Fox begrüßte auch US-Präsident George W. Bush die Festnahme, wie ein Sprecher des Weißen Hauses mitteilte.

          USA fordern vorübergehende Auslieferung

          Wie US-Botschafter Jeffrey Davidow in Mexiko-Stadt bestätigte, fordert die US-Regierung die vorübergehende Auslieferung von Arellano Félix. Gemäß einem bilateralem Vertrag hat Mexiko das Recht, den Festgenommenen im eigenen Land vor ein Gericht zu bringen und nur einer vorübergehenden Auslieferung zuzustimmen.

          Tod des zweiten Kartellanführers bestätigt

          Die Festnahme von Benjamin Arellano Felix wurde in Mexiko bereits am Wochenende als großer Schlag gegen die mächtigen Drogenkartelle des Landes gefeiert. Der Drogenboss wurde offiziellen Angaben zufolge am Samstagmorgen in der Stadt Puebla - 125 Kilometer südöstlich von Mexiko-Stadt - festgenommen. Er soll zusammen mit seinem Bruder Ramón Arellano Félix die unter dem Namen Tijuana-Kartell bekannte Verbrecherbande geführt haben. Benjamín Arellano Félix bestätigte nach seiner Festnahme bisherige Vermutungen, dass sein Bruder bei einer Schießerei Mitte Februar ums Leben gekommen ist.

          Einer der meistgesuchten Verbrecher des FBI

          Ramón Arellano Félix stand bei der US-Bundespolizei FBI auf der Liste der weltweit zehn meistgesuchten Kriminellen. Die Arellano-Brüder hatten seit den achtziger Jahren im Nordwesten Mexikos ein Drogenkartell aufgebaut, das hunderte Tonnen Kokain aus Kolumbien in die USA schmuggelte und viele hundert Menschen ermordete. Den Brüdern wird eine Vielzahl von Verbrechen angelastet, darunter die Ermordung des Erzbischofs von Guadalajara, Kardinal Juan Jesús Posadas Ocampo 1993, des Polizeichefs von Tijuana, Federico Benítez López, ein Jahr später sowie das Attentat auf den Journalisten Jesús Blancornelas, das jener Ende 1997 schwer verletzt überlebte.

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