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Kreuzfahrtschiffe vor Mallorca : Die Riesen sind zurück

Der Kreuzfahrer „Mein Schiff 2“ ist das erste Passagierschiff, das in diesem Jahr auf der Baleareninsel anlegt. Bild: dpa

Spaniens Tourismushochburgen litten besonders schwer unter der Pandemie: Monatelang legte etwa kein Kreuzfahrtschiff auf Mallorca an. Nun kehren die großen Dampfer zurück – doch damit sind nicht alle Probleme passé.

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          15 Monate lang legte kein Kreuzfahrtschiff auf Mallorca an. Am vergangenen Donnerstag ging dann nach der pandemiebedingten Pause Mein Schiff 2 vor Palma vor Anker. Bis Ende August sollen mehr als 20 weitere Schiffe folgen. Doch von der Tourismusbranche ersehnten Rückkehr der Kreuzfahrtschiffe, die inzwischen auch wieder auf dem spanischen Festland anlegen, sind nicht alle Spanier angetan. Mehrere hundert Demonstranten protestierten am Samstag mit dem Slogan „Stoppt die Kreuzfahrtschiffe“ in gleich sechs Häfen: Nicht nur in Palma, sondern auch in Barcelona, Valencia, Tarragona, A Coruña und Vigo. Die Umweltschutzorganisation „Ecologistas en Acción“ fordert die spanische Regierung auf, die bisherigen Beschränkungen für Kreuzfahrtschiffe wieder in Kraft zu setzen und den Ausbau der Häfen zu stoppen. Spanien sei das europäische Land mit den zweithöchsten Treibhausgasemissionen von Schiffen und das mit der höchsten Verschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe, kritisiert die Organisation.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Im Jahr 2019 kamen elf Millionen Passagiere an Bord von 4236 Schiffen in Spanien an. Seit dem 7. Juni dürfen sie nun wieder in Spanien landen. Auch in Palma, wo zeitweise bis zu sechs dieser riesigen Schiffe in dem kleinen Hafen anlegten, wächst der Widerstand. „Wenn uns die Pandemie nicht gelehrt hat, dass uns die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Tourismus in den Ruin treibt, dann haben wir nichts gelernt“, sagte Neus Truyol, Stadträtin des linken Koalitionspartners Més, der Mallorca-Zeitung.

          Die meisten Passagiere bleiben nur kurz an Land. Wegen der Pandemie ist ihre Bewegungsfreiheit noch eingeschränkt, und sie dürfen nur als Gruppe durch Palma gehen und dabei auch nur ausgewählte Lokale und Geschäfte besuchen.

          Immer mehr Deutsche kommen für Langzeitaufenthalte

          Immer mehr Deutsche bleiben jedoch länger auf den Balearen. Fast 400.000 waren es im Mai. Die Nachfrage wächst. Wenn die Sommerferien beginnen, will die Lufthansa auf der Strecke von Frankfurt nach Palma sogar Jumbojets einsetzen. Schon von diesem Montag an wird die Einreise für die meisten Deutschen noch einfacher. Bürger aus 14 Bundesländern müssen keinen Nachweis über Impfung, Genesung oder einen negativen Antigen- oder PCR-Test mehr vorlegen.

          Bis auf Baden-Württemberg und das Saarland strich die spanische Regierung alle deutschen Bundesländer wegen ihrer niedrigen Infektionszahlen von der spanischen Liste der Risikogebiete. Diese Regelung wird wöchentlich überprüft und gilt vorerst bis zum 27. Juni um Mitternacht. Verpflichtend bleibt für alle Ankömmlinge die Registrierung im staatlichen „Spain Travel Health“-Portal. Der entsprechende QR-Code muss dann bei der Einreise vorgelegt werden. In ganz Spanien können Urlauber wie Einheimische vom nächsten Samstag an ihre Masken ablegen: Dann soll nach dem Willen der Regierung in Madrid die Maskenpflicht im Freien enden.

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