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Kreuzfahrtschiff „Queen Mary 2“ : Der schwimmende Superlativ

  • -Aktualisiert am

Ein neues Schiff wartet auf die Taufe am Donnerstag Bild: dpa/dpaweb

Ein Schiff, das den Namen eines Mythos trägt, hat in den meisten Fällen eine große Karriere vor sich. Das gilt vermutlich auch für die "Queen Mary 2", die von der britischen Königin Elizabeth II. am 8. Januar in Southampton getauft worden ist.

          Ein Schiff, das den Namen eines Mythos trägt, hat in den meisten Fällen eine große Karriere vor sich. Man darf annehmen, daß das neue Passagierschiff "Queen Mary 2", das die britische Königin Elizabeth II. am 8. Januar in Southampton taufen wird, hier keine Ausnahme ist: Ruhm, Erfolg und Beachtung sind dem Ozeanriesen gewiß.

          Der Mythos der "Queen Mary 2" oder kurz "QM2" hat viele Gründe: vorausschauende, strategische Planung durch die Kreuzfahrt-Reederei Cunard Line und eine lange Tradition vergleichbarer Schiffe mit großen Namen. Dabei setzt Cunard, eine der ältesten Reedereien in der Transatlantik-Passagierschiffahrt, auf eine raffinierte Strategie: ein paar technische Rekorde (wobei einige eher liebevoll-augenzwinkernd geraten sind), berühmte Schiffsnamen, die entsprechenden Taufpaten und die eigene Reederei-Tradition. Im Grunde ist "QM2" die Wiedergeburt der alten Vorstellung von der luxuriösen Seereise.

          Eine Reihe von Rekorden

          Zunächst zu den Rekorden. "Queen Mary 2" ist mit über 800 Millionen Dollar Kosten das teuerste und mit 345 Meter Länge das größte je gebaute Passagierschiff der Welt. Die imposante Höhe von 72 Meter vom Kiel bis zum Schornstein setzt einen weiteren rekordverdächtigen Akzent. Seine Motoren und Gasturbinen entfalten eine Leistung von mehr als 117 Megawatt. Damit könnte das Schiff spielend seine Heimatstadt Southampton - über 200.000 Einwohner - mit Energie versorgen.

          Die „Queen Mary” im Abendlicht

          Ein paar kleinere Rekorde - zum Beispiel mit 8.000 Büchern die größte schwimmende Bibliothek, der größte Ballsaal, der größte Weinkeller und das größte Planetarium auf See - fallen da eher als Kuriositäten ins Gewicht. Doch Größe kann auch Nachteile haben: Das Schiff paßt mit 41 Meter Breite nicht durch den Panama-Kanal, und die Höhe von 72 Metern minus 10 Meter Tiefgang verhindert wegen der Brücken die Einfahrt in so manchen Hafen dieser Welt.

          Nicht das schnellste Schiff

          Aber mit einem spektakulären Rekord kann die "Queen Mary 2" nicht aufwarten: Ihre Höchstgeschwindigkeit ist mit knapp 30 Knoten - etwa 55 km/h - zwar beachtlich, aber die "Queen Elizabeth 2", das Schwesterschiff, ist ein paar Knoten schneller und gilt als schnellstes Passagierlinienschiff der Welt (Fähren wie "Finnjet" nicht gerechnet). Und selbst die "QE2" hält nicht das Blaue Band für die schnellste Nordatlantikquerung: Die traditionsreiche Auszeichnung errang die "United States" im Jahre 1952 mit 35,6 Knoten (rund 66 km/h) - bis heute unübertroffen.

          Man kann sicher sein, daß die 30 Knoten der "QM2" ein ruhiges Tempo sein werden. Das ausgetüftelte Antriebssystem des Liners ist die Garantie dafür. Man muß sich dabei vom althergebrachten Bild einer oder mehrerer Hauptmaschinen trennen, welche die Propeller antreiben. Das Antriebssystem der "QM2" besteht aus vier mittelschnellaufenden, auf Gummiblöcken gelagerten Dieselmotoren 16 V 46 des finnischen Herstellers Wartsilä. Die Bezeichnung "16 V 46" offenbart einige technische Details: jeweils 16 Zylinder in V-Anordnung, 460 Millimeter Kolbenbohrung. Common Rail und Wasserinjektionen in die Verbrennungskammern sorgen für - so der Hersteller - fast rauchfreie Abgase, worauf besonders in skandinavischen und nordamerikanischen Häfen geachtet wird. Jeder dieser Motorblöcke ist ein Koloß von 12,5 Meter Länge, 4,4 Meter Breite und 5,5 Meter Höhe und wiegt 217 Tonnen. Die vier Kraftpakete liefern bei 524 Umdrehungen je Minute über Generatoren die gewaltige elektrische Leistung von 67 Megawatt.

          Strom für alle

          Der Strom steht allen Nutzern an Bord gleichermaßen zur Verfügung: dem Passagier, der sich rasiert, den Köchen, die das Menü vorbereiten, und den Schiffsingenieuren, die Strom für den Antrieb abzweigen. Der eigentliche Vortrieb wird von vier in großen Stahlgondeln (englisch: pods) achtern unterhalb des Rumpfs angebrachten Elektromotoren erbracht. Jeder hat eine Leistung von 21,5 Megawatt, macht zusammen gigantische 86 Megawatt. Am vorderen Ende der langgestreckten Gondeln sitzt je ein Zug-Propeller aus Edelstahl. Die Pods sind paarweise angeordnet.

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