https://www.faz.net/-gum-7sz9g

Kentucky : Kreationisten bauen „Arche“-Freizeitpark

  • Aktualisiert am

Amerikanische Kreationisten bauen die Arche Noah nach – und einen ganzen Freizeitpark um sie herum Bild: picture alliance / Artcolor

Christliche Fundamentalisten errichten einen Freizeitpark nach dem Vorbild der Arche Noah. Homosexuelle, Katholiken und Protestanten dürfen sich nicht bewerben. Trotzdem gibt es Schützenhilfe vom Staat.

          1 Min.

          Im amerikanischen Bundesstaat Kentucky soll ein Arche-Noah-Freizeitpark errichtet werden. Die Eröffnung ist zwar erst für 2016 geplant, doch schon jetzt sorgt der Park für Diskussionen. Die Idee zum „Ark Encounter“, wie der Park heißen soll, hatte Ken Ham, ein Anhänger der Kreationisten in Amerika. Betreiber des Parks ist die Answers in Genesis (AiG), deren Vorsitzender Ham ist. Die AiG ist eine christlichen-fundamentalistische Organisation.

          Auf ihrer Website beschreibt die AiG den Park als „einzigartige geschichtliche Attraktion“. Immerhin planen die Kreationisten, die Arche Noah genau so nachzubauen, wie sie 2350 vor Christus von Noah geschaffen worden sein soll. Außerdem wollen sie den Turmbau zu Babel, ein altertümliches Dorf aus dem Nahen Osten und einen Streichelzoo errichten. Hier wird man schon stutzig. Immerhin glauben die Kreationisten, dass es unsere Welt erst seit rund 6000 Jahren gibt, auf Noahs Arche befanden sich allerdings auch Dinosaurier – und die gibt es seit Jahrmillionen.

          18 Millionen Dollar Unterstützung

          Stutzig wird man auch, wenn man die Stellenausschreibungen für die Mitarbeiter des Freizeitparks liest. Homosexuelle brauchen sich nicht für einen Job im Ark Encounter bewerben – sie werden nämlich nicht eingestellt. Alle anderen Bewerber müssen strikte Vorschriften befolgen. So müssen sie eine „Erklärung zum Glauben der Kreationisten“ und ein weiteres Formular, das besagt, dass der fundamentalistische christliche Glaube die einzige annehmbare Religion ist, unterschreiben. Hinzu kommt, dass die Bewerber alle anderen Religionen und Homosexuelle verleumden sollten. „Es ist offensichtlich, dass der Freizeitpark alle Nicht-Christen diskriminiert“, sagte Daniel Phelps, Präsident der Gesellschaft für Paläontologie. „Es ist zudem sehr unwahrscheinlich, dass Katholiken und Protestanten eingestellt werden.“ Viele konservative Christen, die allerdings keine Kreationisten sind, würden ebenfalls nicht eingestellt.

          Unlängst wurde den Betreibern des Ark Encounters eine Steuererleichterung von 18 Millionen Dollar zugesagt, dafür aufkommen müssen die Einwohner von Kentucky. Den meisten von ihnen wird der Freizeitpark allerdings nicht nutzen – aufgrund ihres Glaubens dürfen sie sich dort nicht um einen Arbeitsplatz bewerben. „Der Ark Encounter könnte der Hotel- und Restaurantindustrie zugute kommen“, begründet Keith Williams, Finanzminister in Kentucky, die Entscheidung. Ob Kunden tatsächlich in den Freizeitpark kommen und so die Wirtschaft ankurbeln, wird sich nach der Eröffnung des Parks zeigen.

          Weitere Themen

          Virologe Streeck hält Shutdown für „zu früh“

          Corona-Liveblog : Virologe Streeck hält Shutdown für „zu früh“

          Weitere Weihnachtsmärkte abgesagt +++ Belgien schließt alle Geschäfte – bis auf die Supermärkte +++ Touristen müssen Schleswig-Holstein spätestens am Montag verlassen +++ Bundesweite 7-Tage-Inzidenz erstmals über 100 +++ Alle Entwicklungen im Liveblog.

          Beben erschüttert türkische Tourismus-Provinz Izmir Video-Seite öffnen

          Erdbeben und Tsunami-Sichtung : Beben erschüttert türkische Tourismus-Provinz Izmir

          Ein starkes Erdbeben hat am Freitag die türkische Provinz Izmir erschüttert. Mehrere Gebäude in der Küstenregion stürzten ein, teilten die Behörden mit. Das Epizentrum des Bebens lag nach Angaben der türkischen Katastrophenbehörde 17 Kilometer vor der Küste im Ägäischen Meer und hatte eine Stärke von 7,0.

          Topmeldungen

          Der belgische Premierminister Alexander De Croo informiert die Bürger nach den Beratungen über verschärfte Corona-Maßnahmen am Freitagabend.

          Corona-Spitzenreiter : Belgien scheut den Lockdown

          Belgien hat die höchste Infektionsrate in Europa. Die Maßnahmen werden verschärft, aber einen Lockdown wird es vorerst nicht geben. Aus Sicht von Fachleuten ist das viel zu wenig.
          Der republikanische Senator Lindsey Graham spricht am 17. Oktober auf einer Wahlkampfkundgebung

          Senatswahl in Amerika : Die Angst der Republikaner

          Können die Demokraten Weißes Haus, Repräsentantenhaus und Senat in ihre Hand bringen? Die Republikaner fürchten den Verlust ihrer Mehrheit, weil sogar einst sichere Sitze in Gefahr sind.
          Kathleen Krüger (rechts, mit Joshua Kimmich) gewann als Teammanagerin beim FC Bayern die Champions League.

          Frauen im deutschen Fußball : Wo bleibt Fritzi Keller?

          Über Jahrzehnte verbot und verhinderte der Deutsche Fußballmänner-Bund aktiv die Entwicklung der Frauen. Ihre aktuelle Rolle ist immer noch geprägt von weitgehender Abwesenheit. Es gibt eine einsame Ausnahme – und noch zu wenige positive Entwicklungen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.