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Krankheiten : Singapur und Hongkong schließen Schulen wegen SARS

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Die Angst vor der Ausbreitung der gefährlichen Lungenkrankheit SARS nimmt dramatische Formen an. Mehr als 1000 Menschen wurden unter Quarantäne gestellt, Hunderte sind infiziert.

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          Wegen der gefährlichen Lungenkrankheit SARS haben die Behörden in mehreren asiatischen Ländern ihre Sicherheitsvorkehrungen am Donnerstag drastisch verschärft. Hongkong stellte 1.080 Menschen für zehn Tage unter Quarantäne. Alle Schulen und Universitäten bleiben nach Angaben von Verwaltungschef Tung Chee Hwa von Samstag an bis zum 6. April geschlossen. Auch Singapur schloss alle Schulen für rund 600.000 Kinder.

          SARS-Patienten in Krankenhäusern dürfen keinen Besuch mehr empfangen. Um die Ausbreitung der Krankheit zu unterbinden, müssen in Singapur ferner 860 Personen die nächsten zehn Tage zu Hause bleiben, die Kontakt mit erkrankten Menschen gehabt haben. Eines der größten Krankenhäuser Singapurs behandelt ausschließlich SARS-Patienten.

          Die Rolling Stones sagten kurzfristig zwei Konzerte in Hongkong ab.

          Bislang 53 Todesopfer weltweit

          Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben bisher 53 Menschen weltweit am Schweren Atemwegssyndrom, mehr als 1.300 Menschen erkrankten daran. In Hongkong, starben bisher zehn Menschen an SARS, 316 sind mit dem Virus infiziert. In Singapur sind bisher zwei SARS-Patienten gestorben, 74 Fälle der Krankheit wurden registriert und 40 weitere Kranke in Isolierstationen eingewiesen.

          Guangdong in Südchina und das angrenzende Hongkong sind die beiden Zentren der Ansteckungen. Doch scheint das wahre Ausmaß der Erkrankungen unklar. Provinzbehörden wurden angehalten, keine Nachrichten über die Epidemie an die Öffentlichkeit zu geben, wie mehrere Funktionäre bestätigten. China, wo bis Ende Februar nach offiziellen Angaben 34 Menschen an der atypischen Atemwegserkrankung gestorben sind, will dagegen keine besonderen Vorkehrungen treffen.

          Mehrere Fälle auch in Kanada

          In Kanada, wo 28 Menschen erkrankt sind, wurde das Krankenhaus geschlossen, in dem zwei der drei bisher an der Lungenkrankheit gestorbenen Patienten behandelt wurden. Hunderte Menschen, die mit Kranken Kontakt hatten, sollten zunächst zu Hause bleiben und Atemschutzmasken tragen, empfahl die Gesundheitsbehörde in Toronto.

          Keine Zusammenarbeit zwischen WHO und Taiwan

          In der taiwanischen Hauptstadt Taipeh schickte eine Firma alle ihre Beschäftigten nach Hause, nachdem in dem Unternehmen fünf Fälle aufgetreten waren. Die Behörden riefen daraufhin in den Krankenhäusern den Alarmzustand aus, alle Beschäftigten müssen Atemschutzmasken tragen. Gefährdete Menschen sollen zu Hause unter Beobachtung gestellt werden.

          Eine Vereinigung taiwanischer Ärzte warf der WHO unterdessen vor, nicht mit Taiwan zusammenzuarbeiten. WHO-Sprecher Chris Powell bestätigte, dass die Organisation nicht mit Taiwan kooperiere. Nähere Einzelheiten nannte er nicht. Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking wich einer Reporterfrage aus, ob China eine Zusammenarbeit der WHO mit Taiwan befürworten würde. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und ist gegen eine Mitgliedschaft des Inselstaats in den Vereinten Nationen und der WHO.

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