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Krankheiten : 13-jähriger Junge an Meningitis gestorben

  • Aktualisiert am

Trotz dieses neuen Falles in Sachsen sehen Expertem keine Anzeichen für eine starke Ausbreitung der Meningokokken-Meningitis in Deutschland.

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          Nach Angaben einer Sprecherin des sächsischen Gesundheitsministeriums starb der Jugendliche aus dem Landkreis Kamenz am Sonntag an den Folgen der gefährlichen Gehirnhautentzündung. Der 13-Jährige sei das erste Opfer dieser Krankheit in diesem Jahr in Sachsen. Insgesamt gebe es elf weitere Fälle.

          Der Junge hatte die sechste Klasse einer Mittelschule in Kamenz besucht. Seine Mitschüler seien vorsorglich geimpft worden. Darüber hinaus wurde auf Anordnung des Regionalschulamtes Bautzen die gesamte Schule geschlossen. Der Unterricht falle am Dienstag und Mittwoch aus. Das Landratsamt Kamenz unterstrich, es bestehe „kein Grund zur Panikmache“. Aufgrund der vorbeugenden Maßnahmen sei das Risiko einer Verbreitung der Krankheit gering.

          Saisonale Häufung

          Trotz dieses jüngsten Falles gibt es in Deutschland auch nach Einschätzung von Experten keine Anzeichen für eine starke Ausbreitung der Meningokokken-Meningitis. Die saisonale Häufung der gemeldeten Krankheitsfälle im Frühjahr sei normal, sagte der Epidemiologe Walter Haas vom Berliner Robert Koch Institut (RKI) am Dienstag in Berlin.

          Bislang gibt es nach seinen Angaben 179 Fälle von Meningokokken-Meningitis in diesem Jahr. Im vergangenen Jahr wurden 735 Erkrankungen in Deutschland gemeldet. „Im Schnitt sind fünf bis zehn Prozent der Fälle tödlich“, sagte Haas. Bundesweit erkranken rund 800 Menschen pro Jahr an Meningitis.

          Weitere Fälle im Westen und Südwesten

          Auch im Südwesten wurde am Dienstag ein Fall der gefährlichen Krankheit bekannt. Dabei handelt es sich um eine Schülerin einer 11. Klasse in Mutterstadt im Kreis Ludwigshafen. Sie war am Montag mit entsprechenden Symptomen in ein Krankenhaus eingeliefert worden. In der Nacht zum Dienstag bestätigte sich der Verdacht einer Infektion mit Meningokokken.

          Mehrere der gefährlichen Meningitis-Fälle waren in den vergangenen Tagen auch in Nordrhein-Westfalen aufgetreten. Daran waren ein 8 Monate alter Säugling in Hamm und ein 14-jähriges Mädchen in Schwerte gestorben. Seit Sonntag wird ein Zwölfjähriger aus Lünen wegen einer bakteriellen Hirnhautentzündung in einer Klinik in Datteln behandelt.

          Gefährliche Tröpfcheninfektion

          Bereits am Freitag vergangener Woche war ein sechsjähriger Junge aus Schwerte mit Verdacht auf Hirnhautentzündung in eine Kinderklinik eingewiesen worden. Die ausführlichen Laborbefunde sollen bis Mitte der Woche vorliegen, teilte das zuständige Gesundheitsamt mit. In Berlin erkrankten in diesem Jahr bislang zwölf Menschen an Meningitis. Zwei von ihnen - ein elfjähriger Schüler und ein 60-jähriger Mann - starben.

          Meningitis sei eine Tröpfcheninfektion und ansteckend, hieß es weiter. Sie werde durch Husten, Niesen aber auch durch Küsse übertragen. Die Ministeriumssprecherin wies darauf hin, das Fieber, Schüttelfrost und ein steifer Nacken Symptome der Krankheit seien.

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