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Korruptionsprozess in Spanien : Die Infantin muss wieder auf die Anklagebank

  • -Aktualisiert am

Infantin Cristina vor dem Gericht in Palma de Mallorca (Archivbild). Sie ist wegen Korruption angeklagt – und wird das auch bleiben. Bild: dpa

Das Verfahren gegen Cristina de Bourbon wird nicht eingestellt. Ihr wird weiterhin vorgeworfen, Komplizin der mutmaßlichen Steuerdelikte ihres Mannes gewesen zu sein. Dafür drohen ihr acht Jahre Haft.

          Cristina de Bourbon bleibt angeklagt und muss am 9. Februar bei der Fortsetzung des Korruptionsprozesses im Fall der Stiftung „Noos“ in den Gerichtssaal zurückkehren. Das entschied der Gerichtshof der Balearen am Freitag in Palma de Mallorca.

          Die drei zuständigen Richterinnen wiesen damit sowohl die Anträge der Staatsanwaltschaft als auch der Verteidigung zurück. Sie weigerten sich ferner, das Verfahren unter Berufung auf die „Botín-Doktrin“ einzustellen. In einem Prozess gegen den früheren  Präsidenten der Santander-Bank Emilio Botín war ein Steuerverfahren mit der Begründung eingestellt worden, dass weder die Staatsanwaltschaft noch die Finanzbehörden eine Anklage unterstützt hätten. Der Entscheid war später vom Obersten Gericht bestätigt worden und galt seitdem als Präzendenzfall.

          War sie eine „notwendige Komplizin“?

          In dem Prozess gegen die Schwester von König Felipe VI. erheben ebenfalls weder die Staatsanwaltschaft noch das Finanzministerium Vorwürfe. Eine rechtskonservative  Gewerkschaft namens „Saubere Hände“ agiert jedoch als Nebenklägerin. Sie wirft der Infantin vor, bei zwei mutmaßlich von ihrem Mann Iñaki Urdangarin  begangenen Steuerdelikten eine „notwendige Komplizin“ gewesen zu sein und  verlangt dafür acht Jahre Haft.

          Urdangarin, die Schlüsselfigur in der Affäre um Missbrauch öffentlicher Gelder durch eine angeblich „gemeinnützige“ Stiftung mit Selbstbereicherung in Millionenhöhe, drohen auf Antrag der Staatsanwaltschaft 19 Jahre Haft. Zusätzlich zu den ehemaligen Herzögen von Palma, denen der König schon diese Titel aberkannt hat, sind weitere 16 Personen angeklagt. Aus dem Königshaus hieß es am Freitag nur, dass man „absoluten Respekt“ für die Entscheidung des Gerichts habe.

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