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Kommentar : Ein Geschwisterchen für die Freiheitsstatue?

  • -Aktualisiert am

Bald nicht mehr allein? Bild: dpa

Ein neues Symbol für New York: Kopenhagen möchte der Stadt eine zweite Freiheitsstatue schenken, als Erinnerung an die Terroropfer vom 11. September.

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          Die Terroranschläge vom 11. September vergangenen Jahres ziehen immer weitere Kreise. Nicht nur einen Krieg haben sie heraufbeschworen, die dänische Hauptstadt Kopenhagen plant jetzt, der Stadt New York eine zweite Freiheitsstatue zu schenken. Eine gute Idee?

          Das Böse und seine Zerstörung reflektieren soll sie, und überdies das Gute repräsentieren, das immer gewinnt, sagte Kopenhagens stellvertretender Bürgermeister Sören Pind. Ein hehres Ziel haben sich die hohen Köpfe der Stadt da gesteckt. Mit von der Partie sollen 14 weitere europäische Hauptstädte sein, deren Vertretern diese Idee im Verlauf des nächsten Jahres vorgestellt werden soll.

          Wie teuer die Statue wird, steht in den Sternen

          Über die Kosten schwiegen sich die Ratsherren wohlweislich aus, aber Pind erklärte, er wolle Kopenhagen bitten, für die Koordinierung rund 26.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Die amerikanische Botschaft in Kopenhagen freut sich derweil im konsequent amerikanisch-patriotischen Stil über diese "greifbare Demonstration" der dänischen Unterstützung.

          Unterstützung ist sicherlich wichtig und wünschenswert, langsam stellt sich aber die Frage, wie viel Symbolwert noch verträglich ist. Der moralische Beistand, der Amerika in den ersten furchtbaren Tagen nach den Anschlägen weltweit zuteil wurde, war und ist ein wichtiges Zeichen. Aber mit Zeichen alleine ist es nicht getan - es ist Zeit für mehr. Sinnvoll eingesetzte Hilfe, nicht nur finanziell, könnte die Not auf der Welt um ein Vielfaches effektiver lindern. Wie viel Unterstützung man allein mit den 26.000 Euro, die nur für die Koordinierung ausgegeben werden sollen, beispielsweise der humanitären Hilfe geben könnte, möchte man sich gar nicht vorstellen, und schlussendlich ist die Prognose, das Gute gewinne immer, sehr gewagt und weder allgemeingültig noch konkret entschieden. Gutes zu tun wäre aber immerhin schon ein guter Anfang.

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