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Königin Silvia : Brasilianisches Herz, deutscher Kopf, schwedische Seele

  • -Aktualisiert am

Königin Silvia wird 60 Jahre alt Bild: dpa/dpaweb

Königin Silvia von Schweden wurde am Dienstag sechzig Jahre alt. Und die Geburtstagslisten im Spiegelsalon des Stadtschlosses für die beliebteste Königin und Schwedin werden lang und länger.

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          Sie hat Astrid Lindgren entthront, die beliebteste Schwedin von allen. Daß in Deutschland das schwedische Königshaus angesehener ist als jenes aus Spanien, den Niederlanden und aus Norwegen, ist ihr Verdienst. Seit Tagen feiern die Schweden ihre Königin mit Empfängen, einem Gottesdienst im Dom, einem militärischen Salut und am Montag abend einem Ballett in der Königlichen Oper, dem kurz nach Mitternacht ein Geburtstagssouper folgt. Denn an diesem Dienstag wird Königin Silvia von Schweden 60 Jahre alt. Die Glückwunschlisten im Spiegelsalon des Stadtschlosses werden lang und länger.

          Wie nur wenige vereint die Königin Tradition und Offenheit, Sinn für Werte und den Einsatz für Benachteiligte. Schon in ihrem Auftreten verknüpft sie Würde und - trotz ihrer Kontrolliertheit - Herzlichkeit. Daß das schwedische Königshaus trotz dreier lebhafter und lebensfreudiger Kinder nicht in die Schlagzeilen wie etwa das Haus Windsor kam, ist nicht nur der Zurückhaltung schwedischer Journalisten zu verdanken, sondern auch der Achtung, die man vor der Mutter hat. Den Respekt vor Werten hatten Silvia Renate Sommerlath ihre brasilianische Mutter, die dem spanischen Adelsgeschlecht de Toledo entstammte, und ihr deutscher Vater beigebracht.

          Lange Reihe von deutschen Ehefrauen und Müttern

          Als der schwedische Kronprinz Carl Gustaf 1972 die damalige Chef-Hosteß bei den Olympischen Spielen in München kennenlernte und vier Jahre lang mit Diskretion und Beharrlichkeit Widerstände am Hof gegen die bürgerliche Deutsche überwand, setzte er eine Tradition der schwedischen Monarchie fort. Alle Könige seit der Kalmarer Union vor 600 Jahren hatten, bis auf den ersten Bernadotte, deutsche Ehefrauen oder Mütter. König Carl XVI. Gustaf ebnete den Weg für andere Königshäuser. Die nächsten Königinnen Europas sind nicht mehr Angehörige von Fürstenhäusern, sondern elegante und zielstrebige bürgerliche Berufstätige aus Australien, Argentinien oder Norwegen - vielleicht hat dazu erst die schwedische Hochzeit im Juni 1976 beigetragen.

          Nicht immer ein einfacher Job
          Nicht immer ein einfacher Job : Bild: AP

          Königin Silvia wußte sich rasch in ihre neue Aufgabe und Heimat einzupassen. Sie verleugnete aber ihre Wurzeln nicht. Sie kann mit drei Heimaten, Sprachen und Loyalitäten jonglieren. Ihr Herz sei brasilianisch, ihr Kopf deutsch, ihre Seele schwedisch, sagt sie. In Schweden, wo sie anfangs Vorbehalte überwinden mußte, ist ihre Familie, ihr Lebensmittelpunkt, ihre Aufgabe, die sie überaus ernst nimmt. Im brasilianischen São Paulo wuchs sie in einem Kolonialhaus auf, ging auf eine deutsche Privatschule und hatte neben ihren drei älteren Brüdern einen Affen als Spielkameraden. Ihr Vater leitete unter anderem eine schwedische Stahlgesellschaft in Brasilien. Wenn sie ihre Brüder trifft - einer lebt in Berlin - und sie Organisatorisches zu bereden haben, sprechen sie Deutsch, wenn es aber gesellig wird, wechseln sie ins Portugiesische, die Sprache, die Silvia vorzieht.

          Geboren am „Kleinen Weihnachtsabend“

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