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Trauer nach Tod der Königin : „Das Herz der Welt ist gebrochen“

Tausende Menschen stehen am Donnerstagabend im Regen vor dem Buckingham Palast in London, um der verstorbenen Königin zu gedenken. Bild: AP

Der Tod von Königin Elisabeth II. hat auf der ganzen Welt Trauer ausgelöst. Am Buckingham-Palast in London kamen Tausende Menschen zusammen. Für den Freitag sind zahlreiche Trauerbekundungen geplant. König Charles wird eine Rede an die Nation halten.

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Nach dem Tod von Königin Elisabeth II. sind in Großbritannien am Freitag zahlreiche offizielle Trauerbekundungen geplant. An der St. Paul's-Kathedrale und der Westminster Abbey in London sowie an Schloss Windsor rund 40 Kilometer westlich von London, wo die Königin zuletzt überwiegend lebte, sollen am Mittag die Glocken läuten. Im Hyde Park soll es danach Kanonen-Salutschüsse geben.

          Im Parlament soll der Verstorbenen sowohl im Unter- als auch im Oberhaus gedacht werden. Der bisherige Thronfolger und neue König Charles III. und seine Frau Camilla wollen von Schloss Balmoral in Schottland, wo die Königin gestorben ist, nach London reisen. Am Nachmittag soll der König mit Premierministerin Liz Truss zusammentreffen. Eine Rede an die Nation von König Charles ist für den frühen Abend geplant, ebenso ein anschließender Gedenkgottesdienst in der St. Paul's Kathedrale.

          Der Leichnam der Königin soll kommende Woche von Schottland nach London überführt werden und zunächst zum Buckingham-Palast gebracht. Am Mittwoch soll der Sarg zum Parlamentsgebäude Palace of Westminster überführt werden, in Westminster Hall wird eine Gedenkfeier stattfinden. Ab Donnerstag wird der Sarg der Königin für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Für das kommende Wochenende werden Hunderttausende Menschen in London erwartet, die der Königin die letzte Ehre erweisen wollen.

          Am Montag, den 19. September soll das Staatsbegräbnis in Westminster Abbey stattfinden. Neben der königlichen Familie werden zahlreiche Staatsoberhäupter und Regierungschefs sowie Mitglieder europäischen Königshäuser erwartet. Im ganzen Land wird es mittags zwei Schweigeminuten geben. Die Königin wird auf Schloss Windsor in der King George VI. Memorial Chapel neben ihrem Vater beigesetzt. Der Sarg von ihrem im vergangenen April verstorbenen Ehemann Prinz Philip wird an die Seite seiner Ehefrau verlegt. Der Trauertag soll ein nationaler Feiertag sein.

          Tränen und Gesänge

          Bereits am Donnerstagabend hatten sich in ganz Großbritannien Tausende Menschen an Plätzen versammelt, Blumen niedergelegt oder die Nationalhymne „God Save the Queen“ gesungen. Viele brachen in Tränen aus, als die Flagge am Buckingham-Palast herabgesetzt wurde. „Das Herz der Welt ist gebrochen“, steht auf einem Zettel vor dem Palast. Am Abend baute die Polizei Absperrungen vor den Toren von Schloss Balmoral ab, damit Bürgerinnen und Bürger Blumen niederlegen konnten.

          Königin Elisabeth II. Bilderstrecke
          Königin Elisabeth II. : Die ewige Monarchin

          Unterdessen hat auch das Commonwealth-Land Australien als Zeichen der Trauer die Flaggen im Regierungsviertel der Hauptstadt Canberra auf halbmast gesetzt. In der Abenddämmerung sollen am Freitag 96 Salutschüsse vor dem Parlamentsgebäude abgefeuert werden. Jeder Schuss steht symbolisch für ein Lebensjahr der gestorbenen Regentin.

          Auch im Stadtbild wird die Trauer der Australier um ihre Königin zu sehen sein: Im gesamten Land gibt es Trauerbeflaggung, wie zum Beispiel auf der Sydney Harbour Bridge. Australiens wohl bekanntestes Wahrzeichen, das Sydney Opera House, wird am Freitag und Samstag zu Ehren der Königin angestrahlt. Für die nächsten zwei Wochen ist eine Trauerzeit angesetzt. Das Parlament wird in dieser Zeit nicht tagen. Generalgouverneur David Hurley wird vor dem Parlament verkünden, dass Charles III. nun König ist.

          Das Volk hat die Möglichkeit, seine Trauer auf unterschiedliche Weise zu bekunden. In den Regierungsgebäuden wurden Kondolenzbücher ausgelegt, außerdem wurden online digitale Trauerbücher eingerichtet. Vor dem Government House in Sydney wurden am Freitag Trauersträuße abgelegt. Premierminister Anthony Albanese hat angekündigt, in den nächsten Tagen mit Generalgouverneur Hurley nach England zu reisen. Dort werden beide an der Beerdigung der Königin teilnehmen und mit König Charles III. sprechen.

          In Hongkong erreichte die Nachricht vom Tod der Königin die Menschen in der Nacht: Viele Bewohner der einstigen britischen Kronkolonie gedachten in Online-Netzwerken der verstorbenen „Boss Lady“ – wie vor allem ältere Hongkonger Königin Elisabeth II. liebevoll nannten. Die Königin hatte Hongkong zweimal während ihrer Regentschaft besucht, ihr Sohn, nun König Charles III., nahm an der Zeremonie zur Rückgabe Hongkongs an China im Jahr 1997 teil.

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