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Kölner Dom : Erst das Geld, dann die Drohnen

Bild: Height-Tech GmbH Bielefeld

Der Kölner Dom ist altersschwach, erst neulich fiel mal wieder ein großes Gesteinsstück ab. Die Dombaumeisterin sagt, wenn die Landesmittel für Sankt Petrus gekürzt werden, muss die Stadt bald die Domplatte sperren.

          Der Kölner Dom ist ein atemraubendes Bauwerk. Viele Millionen Besucher zieht die gotische Kathedrale Jahr für Jahr an, mehr als alle anderen Attraktionen in Deutschland. Die Kölner lieben ihren Dom – auch wenn die Hohe Domkirche Sankt Petrus sie regelmäßig schwer in Atem hält. So war Anfang 2013 überraschend von Erschütterungen die Rede, die wegen einer neuen U-Bahn-Haltestelle im Dom zu spüren seien. Seit 500 Gummidämpfer unter die Schienen montiert wurden, gilt der Dom wieder als unerschütterlich.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Der jüngste Dom-Schock kam am Sonntag. Große Gesteinsstücke hatten sich aus der Maßwerkrosette eines Turmfensters gelöst. Die Hälfte der Lilie fiel ins Kircheninnere, ohne Schaden anzurichten. Die andere Hälfte aber stürzte auf den Domvorplatz und verfehlte eine Frau nur knapp. Nun kamen Fachleute der Dombauhütte zu dem Ergebnis, dass der Riss in der Fensterlaibung hinter der Verglasung versteckt war und deshalb bei einer Begutachtung vor zwei Jahren unentdeckt blieb.

          Einsatz von Drohnen

          Künftig will die Dombauhütte auch ferngesteuerte Oktokopter einsetzen. Vor zwei Wochen gab es den ersten Drohnenflug, bei dem Engelsfiguren an der Westfassade unter die Lupe genommen wurden. Der Einsatz sei vielversprechend verlaufen, sagten die Fachleute und fügten eine wenig beruhigende Nachricht hinzu: Schäden wie jene an der Maßwerkrosette hätte man auch mit Drohne nicht entdeckt.

          Derweil versucht die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner die Kölner zu beruhigen. Nur ein einziges Mal sei ein Passant in einem der Portale minimal verletzt worden, sagte sie dem „Kölner Stadtanzeiger“. An der Westfassade solle man sich bei Wind und Wetter nicht in den Schatten des Doms flüchten. Die gefährlichsten Fassadenstücke seien dort aber mit Netzen gesichert. Für die Gefahrenabwehr entscheidend sei, dass die Dombauhütte ihre Arbeit ungemindert fortsetzen könne. Keinesfalls dürften die Landesmittel für den Dom gekürzt werden, sagte Schock-Werner mit Blick auf inzwischenen revidierte Sparpläne der Landesregierung. „Müsste die Dombauhütte ihren Arbeitsumfang aus Kostengründen reduzieren, dann würde es höchstens ein paar Jahre dauern, und wir müssten die Domplatte sperren.“

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