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Kochkunst : Fixsterne am deutschen Gourmethimmel

  • -Aktualisiert am

Joachim Wissler - Koch des Jahres 2003 Bild: dpa

Die neu benannten Zwei- und Drei-Sterne-Köche in Deutschland sind die alten. Unverändert an der Spitze bleiben fünf Drei-Sterne-Köche.

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          Immer im November beginnt es in den Köpfen der deutschen Köche zu rumoren. Der Schlaf wird flacher, die Tage werden unruhiger und die Telefonate häufiger. Gerüchte kommen auf, und es ergibt sich eine Art Kandidaten-Landschaft. Ja, man hat bei Zwei-Sterne-Koch Christian Bau in Perl französische Michelin-Tester gesichtet, und die kommen nur, wenn es um die Vergabe des finalen dritten Sterns geht.

          Richtig, könnte Michelin-Chefredakteur Alfred Bercher antworten, aber das heißt noch lange nicht, daß es den Stern dann auch gibt. Jedenfalls ist die Kandidatenliste kurz vor der Veröffentlichung lang und - wie fast immer - falsch. Immerhin ist es interessant, welche Köche in diesem Jahr von ihresgleichen und Insidern hoch bewertet wurden. Denn Bercher und seine Testesser sind in einer bemerkenswerten Lage. Ein vergebener oder ein aberkannter Stern hat auf die gastronomische Szene in Deutschland erhebliche Auswirkungen. Wenn sich die Testesser aber - wie in diesem Jahr - weitgehend zurückhalten, ist die Bedeutung dieser Entscheidung nicht minder groß.

          Eine Reihe von Kandidaten

          Drei Sterne konnte man sich beim Wohlfahrt-Schüler Christian Bau, bei Hans Stefan Steinheuer aus Bad Neuenahr, wie jedes Jahr bei Hans Haas vom Münchner "Tantris" oder bei Joachim Wissler vom "Vendôme" in Bergisch Gladbach vorstellen, nicht zu vergessen Claus-Peter Lumpp vom "Bareiss" in Baiersbronn oder Martin Öxle von der Stuttgarter "Speisemeisterei". Die Zahl der Zwei-Sterne-Aspiranten ist geradezu Legion und reicht vom "Koch des Jahres" beim Konkurrenzführer Gault-Millau, Sven Elverfeld vom "Aqua" in Wolfsburg, über Jörg Sackmann vom "Schloßberg" in Baiersbronn oder Bernhard Diers von der Stuttgarter "Zirbelstube" bis zu diversen Berliner Köchen, die endlich den ersten Zwei-Sterne-Koch in der Hauptstadt begrüßen wollen.

          Christian Bau - zwei Sterne in elf Monaten
          Christian Bau - zwei Sterne in elf Monaten : Bild: Isolde Stein

          Passiert ist nichts. Oder besser: fast nichts. Unverändert an der Spitze bleiben, so berichtete Redaktionsleiter Alfred Bercher am Montag in München bei der Vorstellung des "Michelin-Führer Deutschland 2004", fünf Drei-Sterne-Köche: Heinz Winkler aus Aschau ("Residenz Heinz Winkler"), Harald Wohlfahrt aus Baiersbronn ("Schwarzwaldstube" im Hotel Traube-Tonbach), Dieter Müller aus Bergisch Gladbach ("Restaurant Dieter Müller" im Schloßhotel Lerbach), Helmut Thieltges aus Dreis ("Waldhotel Sonnora") und Jean-Claude Bourgueil aus Düsseldorf ("Im Schiffchen"). Die ersten vier Namen sind unumstritten. Bourgueil wird allerdings nur noch vom Michelin und vom Aral-Führer mit der Höchstnote bedacht, was an einer bei Bourgueil und seinen Kritikern oft zu findenden Vermischung sachlicher und unsachlicher Aspekte liegen mag.

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