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Hitze, Trockenheit, Käfer : Jede siebte Fichte ist schon tot

Das Leid ist direkt erkennbar: Die roten Stellen in einem Wald in Baden-Württemberg deuten schon aus der Ferne auf kranke Bäume hin. Bild: Rüdiger Soldt

Der Klimawandel setzt auch den Bäumen im Schwarzwald zu. Sogar die Tanne ist massiv von Hitze, Wassermangel und Borkenkäfern bedroht. Das beunruhigt nicht mehr nur die Förster in Deutschland.

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          Die Fichten- und Tannenlichtungen im Wutachtal schimmern im milden Nachmittagslicht – grün, rot und grau. Eigentlich müsste Revierförster Jürgen Boller-Berger, wenn er durch seinen südbadischen Forstbezirk mit dem Geländewagen fährt, nur hell- und dunkelgrüne Baumlichtungen sehen. Aber der Klimawandel setzt der Ferienregion – nach Zürich sind es 50, nach Basel 70 Kilometer – schwer zu. War viele Jahre der Fluglärm im Landkreis Waldshut das größte Problem für den Tourismus, stellen sich nun für Waldbauern, Landwirte, Förster und die Tourismusmanager neue Herausforderungen.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Boller-Berger steuert seinen Geländewagen, von der Gemarkung Degernau kommend, auf einem Feldweg Richtung Rechberg. Dann hält er an und erläutert das dramatische Waldschadensbild: „Alles, was hier rot schimmert, kann nur auf kranke Bäume hindeuten, denn wir haben nur wenige Rotbuchen.“ Die jetzigen Probleme des Waldes seien weder mit den Zerstörungen durch den Orkan Lothar 1999 noch mit denen durch die Borkenkäferplage vor zehn Jahren zu vergleichen. Seit August vergangenen Jahres hätten Trockenheit und Borkenkäferbefall dazu geführt, dass 14 Prozent des Fichtenbestands in seinem Revier schon abgestorben seien. Kiefern, Tannen und Buchen seien auch befallen. Für alle Waldbesitzer sei das dramatisch, so Boller-Berger: Sobald ein Baumbestand vom Borkenkäfer befallen sei, müssten die Bäume so schnell wie möglich gefällt und das Holz verarbeitet werden, damit sich der Käfer nicht noch weiter ausbreitet.

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