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Klima : Droht eine neue El-Nino-Phase?

  • Aktualisiert am

Dürre als Folge von El Nino Bild: dpa

Vor der Küste Südamerikas braut sich etwas zusammen. Es mehren sich die Anzeichen, dass es eine erneute El-Nino-Phase geben wird - mit Folgen auf der ganzen Welt.

          Unter den Klimaforschern der NOAA in Washington, D.C. herrscht seit einigen Tagen Unruhe. Nach Erkenntnissen der Wissenschaftler mehren sich die Anzeichen, dass sich vor der Küste Südamerikas das gefürchtete Wetterphänomen El Nino bildet. Dabei steigt die Temperaturkontinuierlich an, was weltweite Unwetter zur Folge haben kann.

          Vor der südamerikanischen Küste ist nach Angaben der NOAA im Februar in den Äquatorregionen die Temperatur des Oberflächenwassers des Ozeans um zwei Grad Celsius angestiegen. Gleichzeitig regnete es mehr und heftiger als üblich in den Küstenländern. Offenbar haben zudem Kaltwasser-Fischarten bestimmte Regionen des Pazifiks bereits verlassen, während sich tropische Arten dort einfanden. Peruanische Offizielle stellten fest, dass die Fischerei des Landes bereits unter der Entwicklung leide.

          Auswirkungen noch ungewiss

          „Die Erwärmung ist ein Zeichen dafür, dass sich im Pazifik El-Nino-Bedingungen entwickeln“, stellt NOAA-Sprecher Conrad C. Lautenbach fest. Es könne aber noch nicht abgeschätzt werden, wie stark sich das Phänomen entwickle und welche genauen Auswirkungen es auf das Wetter in den USA und in anderen Regionen der Welt haben werde. Das letzte stark ausgeprägte El Nino löste 1997/98 schwere Überflutungen in Peru und Ecuador aus, während in Australien, Indonesien und auf den Philippinen Dürre herrschte. Schätzungen besagen, dass seinerzeit durch Unwetter tausende Menschen ums Leben kamen und Schäden in Milliardenhöhe entstanden.

          Bedingungen für das gefürchtete Klimaphänomen entwickeln sich nach NOAA-Erkenntnis dann, wenn die Temperaturen sich genügend erwärmt haben, um die normalen Wetterbedingungen in der äquatorialen Pazifikregion zu verändern. Bewölkung und Regenmenge nehmen zum Teil dramatisch zu. Die Wassertemperaturen steigen um mindestens ein halbes Grad Celsius an.

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