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Klage wegen Überwachung : Deutsche klagt gegen Airbnb wegen Kameras

  • -Aktualisiert am

Das Logo vom Onlineübernachtungsdienst Airbnb Bild: dpa

Eine Urlauberin aus Deutschland hat das Übernachtungsportal Airbnb verklagt. Was die Urlauberin in einem Bücherregal in ihrer Unterkunft versteckt fand, verletzt eindeutig die Privatsphäre.

          2 Min.

          Eine deutsche Urlauberin hat in den Vereinigten Staaten das Übernachtungsportal Airbnb verklagt, weil sie bei einem Aufenthalt in einer Ferienwohnung in Kalifornien angeblich heimlich gefilmt wurde. Wie aus der Klageschrift hervorgeht, hatte das Übernachtungsportal Yvonne Schumacher und ihrem Freund Kevin Stockton vor zwei Jahren eine Privatunterkunft in Irvine bei Los Angeles vermittelt.

          Nach einigen Nächten soll das Paar eine Kamera entdeckt haben, die hinter Kerzen in einem Buchregal des Wohnzimmers versteckt war. Angeblich wurde das Gerät ferngesteuert und war zudem mit einem Mikrofon ausgestattet.

          Kamera und Mikrofon

          „Da das Bad neben dem Schlafzimmer ausgesprochen schmutzig war, nutzte Mrs. Schumacher das Gästebad. Das bedeutete, dass sie nackt vom Schlafzimmer zum Gästebad lief“, beschrieb der amerikanische Rechtsanwalt der Urlauberin, Michael Jackson, die Situation. Laut Jackson wurden zudem heimlich Gespräche aufgezeichnet, die seine Mandantin mit Stockton über ihre Beziehung und auch über finanzielle Angelegenheiten führte.

          „Mrs. Schumacher befürchtet, dass es Fotos von ihr gibt, die ihren Weg ins Internet finden. Es ist ihr auch peinlich, dass die Person, die die Kamera betätigte, ihre persönlichen und intimen Unterhaltungen belauschte“, heißt es in der Klage vor dem Bundesgericht in San Francisco. Wegen Fahrlässigkeit verlangt Schumacher von dem Übernachtungsportal Airbnb nun Schadenersatz in unbekannter Höhe. Zudem reichte sie eine Schadenersatzklage wegen Verletzung der Privatsphäre gegen die Vermieter der Wohnung, die Kalifornier Fariah Hassim und Jamil Jiva, ein, die angeblich Kamera und Mikrofon installierten.

          Hundert Jugendliche lautstark feiernd

          Um ähnliche Übergriffe zu verhindern, verpflichtet Airbnb die Anbieter von Wohnungen seit September 2014, Mieter über eventuelle Kameras aufzuklären. „Nimm immer Rücksicht auf die Privatsphäre deiner Gäste. Teile ihnen unbedingt mit, ob es in oder an deiner Unterkunft Sicherheitskameras oder andere Überwachungsgeräte gibt“, heißt es dazu in den Regeln für Gastgeber.

          Die Website Airbnb wurde im Jahr 2008 in San Francisco gegründet, um private Anbieter von Unterkünften mit Übernachtungsgästen in Verbindung zu bringen. Über das Portal werden etwa 1,5 Millionen Unterkünfte in fast zweihundert Ländern angeboten. In der Vergangenheit hatten Vermieter gelegentlich Schäden an Wohnungen und nicht abgesprochene Nutzungen moniert. An Silvester etwa alarmierten kalifornische Nachbarn ein Ehepaar, als in deren über Airbnb vermittelten Anwesen in Oakland einige hundert Jugendliche lautstark feierten. Wie die Eigentümer dem Fernsehsender KRON4 sagten, hatten sie ihr Haus aber an ein „Geschwisterpaar“ vermietet, welches das alte Jahr in Kalifornien ruhig ausklingen lassen wollte.

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