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Kirchen : Weihnachtsbotschaften

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Verknüpft mit den gewohnten Wünschen und Grußworten: der Papst spendet der Stadt und dem Weltkreis seinen Segen Bild: REUTERS

Papst Benedikt XVI. rief bei der Christmette in Rom zu Friedfertigkeit und mehr Brüderlichkeit auf und spendete heute den traditionellen Weihnachtssegen. Deutsche Bischöfe nützten ihre Weihnachtsbotschaften, um vor den Gefahren der Präimplantationsdiagnostik (PID) zu warnen.

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          Christen in aller Welt haben in der Nacht zum Samstag mit Gottesdiensten das Weihnachtsfest gefeiert. Papst Benedikt XVI. rief während der Christmette im Vatikan zum Frieden in der Welt und zu mehr Brüderlichkeit auf. Bei den Weihnachtsfeierlichkeiten in der Stadt Bethlehem im Westjordanland betete der lateinische Patriarch von Jerusalem, Fuad Twal, für Frieden im Nahen Osten.

          „Herr, zerbrich die Stöcke der Treiber, verbrenne die dröhnenden Stiefel, lass die Zeit der blutbefleckten Mäntel zu Ende gehen“, betete der Papst vor tausenden Gläubigen im Petersdom., „Richte die Herrschaft deiner Wahrheit und deiner Liebe auf in der Welt.“ Die Mette verlief in diesem Jahr ohne Zwischenfälle. Im vergangenen Jahr hatte sich eine geistig verwirrte Frau vor der Messe auf den Papst gestürzt. Daraufhin hatte man im Vatikan die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.

          Der Stadt und dem Erdkreis

          Vor dem Beginn der Messe hatte Benedikt an der Enthüllung der traditionellen Krippenlandschaft auf dem Petersplatz teilgenommen. Er erschien dazu an einem Fenster im Apostolischen Palast und zündete eine Kerze an. Währenddessen harrten auf dem Petersplatz trotz strömenden Regens zahlreiche Gläubige aus. Die aus dem Jahr 1842 stammende Krippe mit der Weihnachtsszene im Stall zu Bethlehem wurde in diesem Jahr durch neun philippinische Figuren ergänzt.

          Papst Benedikt XVI. entzündete gestern eine Kerze in einem Fenster seiner Gemächer über dem Petersplatz in Rom. Neben ihm ist sein Sekretär Georg Gänswein zu sehen.

          Am heutigen ersten Weihnachtsfeiertag spendete der Papst den festlichen Segen „Urbi et Orbi“ (der Stadt und dem Erdkreis) und sprach in zahlreichen Sprachen den Weihnachtssegen. Die Papstmessen zu Weihnachten und zu Neujahr werden in diesem Jahr in sechs Sprachen live im Internet übertragen und können auch weltweit auf dem iPhone empfangen werden.

          Christmette in Betlehem

          Auch in Bethlehem kamen tausende Menschen zur Christmette in der St.-Katharinenkirche neben der Geburtskirche zusammen. „Es ist unser Wunsch für dieses Fest, dass die Glocken unserer Kirchen den Lärm der Waffen in unserem verwundeten Nahen Osten übertönen“, sagte Twal während der Messe, an der auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas teilnahm. Der ranghöchste Geistliche der römisch-katholischen Kirche im Heiligen Land rief zum Dialog der Religionen auf.

          In Deutschland riefen die Vorsitzenden von katholischer und evangelischer Kirche zu mehr Mitmenschlichkeit auf. „Wir haben die Vision von einer Gesellschaft der Solidarität, in der einer für den anderen mitsorgt“, sagte der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, der „Süddeutschen Zeitung“. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Nikolaus Schneider, sagte im Deutschlandradio Kultur, das Wichtigste im Leben seien „die Beziehungen zu anderen Menschen und zu Gott“.

          Deutsche Bischöfe als Warner

          In der Diskussion um eine Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) haben Vertreter der katholischen Kirche ihre Weihnachtspredigten dazu genutzt, um ihre ablehnende Haltung erneut deutlich zu machen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, warnte vor der „Gefahr eines Dammbruchs“. Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck fordert ein gesetzliches Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID). Auch aus der evangelischen Kirche kamen skeptische Stimmen zur PID.

          Mit der PID können Gendefekte und andere schwere Schädigungen eines im Reagenzglas gezeugten Embryos festgestellt werden, ehe dieser in die Gebärmutter eingesetzt wird. In Deutschland ist die künstliche Befruchtung im Embryonenschutzgesetz geregelt, umfassende Regeln für die PID gibt es aber nicht. Voraussichtlich im kommenden Jahr wird der Bundestag ohne Fraktionszwang darüber entscheiden, ob PID in bestimmten Ausnahmen zugelassen oder komplett verboten wird. Es gibt bei allen Parteien Gegner und Befürworter der Methode.

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