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Kirche von Doha : Ein neues Haus für Katholiken im Mittleren Osten

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Die Kirche in Doha ist die erste katholische Kirche in Qatar seit 1400 Jahren Bild: REUTERS

In Deutschland müssen die katholischen Kirchen ihre Pforten schließen - im Mittleren Osten haben die Katholiken nun rechtzeitig zu Ostern ein neues Haus bekommen. In Qatar ist die erste katholische Kirche seit 1400 Jahren geweiht worden.

          In Deutschland müssen die katholischen Kirchen ihre Pforten schließen - im Mittleren Osten haben die Katholiken nun rechtzeitig zu Ostern ein neues Haus, das „Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz“ geweiht ist. In Qatar ist kurz vor dem christlichen Hochfest die erste katholische Kirche seit 1400 Jahren geweiht worden. Zu dem Gottesdienst, der mehr als drei Stunden lang dauerte, kamen 7000 Christen.

          Die allermeisten der mehr als 100.000 Katholiken in dem Emirat am Persischen Golf (bei 900.000 Einwohnern) haben als Gastarbeiter einen Migrationshintergrund. Sie kommen aus ziemlich vielen Ländern, wie die symbolischen Gaben (unter anderem das Modell eines indischen Tempels) und der von Volkstänzen begleitete Gottesdienst zeigten. Die meisten Gläubigen stammen von den Philippinen, viele aus Indien. Laut Paul Hinder, dem aus der Schweiz stammenden Apostolischen Vikar für Arabien, sind mehr als 100 Nationen in der katholischen Gemeinde Qatars vertreten.

          Papst Benedikt XVI. stiftete einen Messkelch

          Als Höhepunkt der Weihezeremonie senkte der indische Kardinal Ivan Dias, der Missions-Chef des Vatikans, eine Reliquie des italienischen Volksheiligen Pater Pio in den Altar. Papst Benedikt XVI. stiftete einen Messkelch für die neue Kirche. Das katholische Oberhaupt ließ durch Dias auch einen besonderen Dank an Emir Hamad bin Khalifa Al Thani übermitteln, der den Baugrund für das christliche Zentrum in einem Außenbezirk der Hauptstadt bereitgestellt hatte.

          Das Band am Eingang hatte der stellvertretende Ministerpräsident von Qatar durchschnitten

          Das Band am Eingang des Gebäudekomplexes hatte zuvor der stellvertretende Ministerpräsident von Qatar, Abdullah bin Hamad Al Attiyah, durchschnitten. Er sagte, mit der Entscheidung für die Kirche wollten Emir, Regierung und Bürger von Qatar eine Botschaft der Barmherzigkeit und Nächstenliebe zum Ausdruck bringen. Qatar sei der erste Staat der Golfregion, der einen Dialog mit nichtislamischen Religionen führe. Aber Vorsicht war trotzdem geboten: Auf einen Glockenturm oder ein von außen sichtbares Kreuz verzichteten die Christen gemäß den Vorschriften.

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