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Kirche : Missbrauchsverdacht: Priester im Bistum Mainz beurlaubt

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Eine innerkirchliche Untersuchung im Bistum Mainz soll klären, ob eine Priester im Taunus wirklich jahrelang einen Jugendlichen sexuell missbraucht haben soll.

          Das Bistum Mainz hat einen Priester wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs eines Jugendlichen beurlaubt. Der Priester soll sein Unwesen über Jahre hinweg getrieben haben, wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ (Montag) berichtete. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann kündigte an, den Vorwürfen rasch und intensiv nachgehen zu wollen.

          Der Missbrauch des 14-Jährigen soll 1988 in einer Gemeinde im Taunus begonnen haben. Das Bistum Mainz habe „unmittelbar nach Bekannt werden der ersten Vermutungen in dieser Richtung“ die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, heißt es in einer Stellungnahme der Diözese. Zudem sei eine innerkirchliche Untersuchung eingeleitet worden. Der Priester bleibe bis zu Klärung der Vorwürfe beurlaubt, eine innerkirchliche Untersuchung sei eingeleitet worden.

          Lehmann will konsequenter vorgehen

          Lehmann sagte: „Besonders schmerzt mich das Leid, das den Opfern in solchen Fällen zugefügt wird.“ Die Bischofskonferenz beschäftige sich zur Zeit mit Möglichkeiten zur Prävention und Aufarbeitung solcher Fälle und werde entsprechende Schritte auf der kommenden Herbstvollversammlung im September beschließen. „Wir müssen uns allerdings selbstkritisch fragen, ob wie diesbezüglich nicht noch konsequenter werden vorgehen müssen.“

          Das Bistum wies darauf hin, dass vermutlich auch der Vatikan in die kirchliche Untersuchung einbezogen werde. „Von Eingeständnissen des Priesters ist mir nichts bekannt“, sagte Günther Gremp, Leiter der Abteilung Kirche und Medien im Bistum Mainz. Im Bistum habe es in den vergangenen 30 Jahren zwei Fälle von Pädophilie gegeben.

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