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Kindesmissbrauch : Prozessbeginn im Fall Bergisch Gladbach

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Der Angeklagte, ein 27 Jahre alter Soldat, im Gericht in Moers Bild: dpa

Das jüngste Opfer war gerade mal zwei Jahre alt. Die Ermittlungen um den Missbrauchsfall aus Bergisch Gladbach laufen inzwischen bundesweit. Nun steht ein Soldat vor Gericht.

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          Dass der 27 Jahre alte Angeklagte von kleinen Kindern sprach, wurde zeitweise nicht deutlich: Er habe mal ausprobieren wollen, wie weit er bei seiner Nichte gehen könne, erzählte der Soldat ohne erkennbare Regung den Richtern im niederrheinischen Moers. Im Kindesmissbrauchs-Komplex Bergisch Gladbach hat am Dienstag der zweite Prozess in Nordrhein-Westfalen begonnen. Der Angeklagte soll vier kleine Kinder in insgesamt 36 Fällen missbraucht haben – mehrmals zusammen mit einem Chat-Partner, der in einem anderen Verfahren angeklagt ist.

          Der Angeklagte schilderte die Übergriffe vor Gericht nüchtern und unbewegt. Der Mann sei für die Allgemeinheit gefährlich, stellte die Staatsanwaltschaft bei der Anklageverlesung fest. Damit steht wohl eine Sicherungsverwahrung im Raum. Der Angeklagte gab die verlesenen Vorwürfe weitgehend zu. Die Kinder waren nach Angaben von Gericht und Staatsanwaltschaft bei den Taten zwischen zwei und fünf Jahren alt.

          Drei der missbrauchten Kinder sind nach Angaben des Gerichts Nebenkläger in dem Verfahren. Für den Prozess vor der auswärtigen Strafkammer des Landgerichts Kleve in Moers sind bis zum 26. Mai vier Tage terminiert.

          Der Angeklagte schilderte den ersten Übergriff auf seine gerade einmal zwei Jahre alte Tochter am Wickeltisch vor Gericht. Laut seiner Schilderung tat er es immer wieder, wenn seine Frau nicht zuhause war. Die Missbrauchsfälle wurden schwerer. Irgendwann schrieb sein Chat-Partner, wie schön es wäre, einen Jungen „dazuzubekommen“. „Wir wollten uns regelmäßig treffen und mehr machen“, berichtete der 27-Jährige. So sei auch der damals etwa fünfjährige Stiefsohn des Angeklagten zum Opfer geworden. Es war schließlich auch der Stiefsohn, der der Mutter beim Duschen von einem Übergriff erzählte.

          Ende April hatte ein erster Prozess in Mönchengladbach begonnen. Zwei 39 Jahre alte Männer sind dort unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 79 Fällen angeklagt. Zwischen 2015 und 2019 sollen die beiden Deutschen aus Krefeld und Viersen am Niederrhein immer wieder zwei Mädchen vergewaltigt haben.

          Bundesweite Ermittlungen laufen

          Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft am Landgericht Kleve Anklage gegen einen weiteren Beschuldigten erhoben. Der 61-Jährige lebte nach Angaben des Gerichts zuletzt in Xanten. Ihm wird zum Teil schwerer sexueller Missbrauch von Kindern in zehn Fällen vorgeworfen, darunter die eigene Tochter.

          Die Ermittlungen in dem Missbrauchskomplex, der durch einen Fall in Bergisch Gladbach ins Rollen kam, erstrecken sich mittlerweile auf sämtliche Bundesländer. Die Verdächtigen sollen in dem Kinderpornografie-Netzwerk teilweise ihre eigenen Kinder missbraucht sowie Bilder von den Taten getauscht haben.

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