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Kindesmissbrauch : „Ich hab dich arg lieb“

Eine Puppe in einem Kinderzimmer in Kassel. H. hatte sein Zuhause mit Spielsachen und Betten für seine Opfer eingerichtet. Bild: dpa

Ein Arzt missbrauchte jahrelang Kinder. Seine Kollegen ahnten so etwas. Doch der Klinikleiter griff nicht ein. Schließlich nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf. Aber die Betroffenen wurden nicht informiert. Wie konnte es so weit kommen?

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          Am saarländischen Uniklinikum missbrauchte ein Arzt jahrelang Kinder. Viele Kollegen wussten Bescheid. Sie schrieben einen anonymen Brief, informierten die Klinikleitung. Die Staatsanwaltschaft ermittelte, die Ärztekammer wurde informiert, ebenso die Landesregierung. Doch niemand informierte die betroffenen Familien. Wie konnte es dazu kommen?

          Julian Staib
          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Das versucht nun ein Untersuchungsausschuss im saarländischen Landtag aufzuklären. Die Abgeordneten forderten dafür umfangreiches Aktenmaterial vom Klinikum, der Staatsanwaltschaft, von Ministerien, der Ärztekammer und von Jugendämtern an. Mitte November findet die erste öffentliche Sitzung statt, da geht es zunächst um mögliche Verfehlungen der Klinikleitung. Der Hauptbeschuldigte wird sich dabei nicht rechtfertigen können, er ist tot.

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