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Unicef-Foto des Jahres : Wenn aus Zahlen Menschen werden

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An der mazedonischen Grenze: Das Foto des Jahres hat Georgi Licovski geschossen. Bild: EPA

Aus hunderten von Fotos hat das Kinderhilfswerk Unicef das Foto des Jahres gefunden. Es zeigt den Schrecken und das Leid, den Kinder 2015 ausgesetzt waren.

          Im August 2015 drängen sich Hunderte Flüchtlinge an der griechisch-mazedonischen Grenze. Polizisten halten eine aufgebrachte Menge mit Schutzschildern zurück. Inmitten des Chaos stehen verloren zwei kleine Kinder getrennt von ihren Eltern, blicken weinend umher. In ihren Gesichtern spiegelt sich Verzweiflung wider. Für diese Aufnahme hat der Fotograf Georgi Licovski vom UN-Kinderhilfswerk Unicef den Preis für das „Foto des Jahres“ erhalten.

          „Das Foto ist eine Momentaufnahme, die Europas Dilemma und Europas Verantwortung zugleich festhält“, begründete Daniela Schadt, Schirmherrin von Unicef Deutschland, am Donnerstag in Berlin die Entscheidung der Jury. „Es ist ein ergreifendes, intelligentes und unglaublich starkes Bild“, betonte sie.

          Zweiter Platz geht an den Schweden Magnus Wenman für sein Bild, das ein schlafendes Mädchen an der „Balkanroute“ zeigt.

          Zu den weiteren Preisträgern zählt der Schwede Magnus Wennman, der schlafende Flüchtlingskinder auf der Balkanroute und im Nahen Osten fotografiert hat. Der dritte Preis ging an die amerikanische Fotografin Heidi Levine. Ihr Bild zeigt einen Mann mit amputiertem Arm und vernarbtem Oberkörper. Neben ihm steht sein fünfjähriger Sohn, ebenfalls stark vernarbt. Bei Bombenangriffen auf den Gaza-Streifen waren die Mutter und vier Geschwister des Jungen getötet worden, ihm selbst musste die Leber entfernt werden. Weitere Bilder, die eine ehrenhafte Erwähnung erhielten, zeigten schwedische Väter in Elternzeit, Kriegsopfer aus Darfur und Kinderarbeit in Afghanistan.

          Dritter Platz: Heidi Levines Foto zeigt eine Kriegsversehrten mit seinem fünfjährigen Sohn.

          Unicef vergibt den Preis für das „Foto des Jahres“ seit 15 Jahren in Kooperation mit der Zeitschrift „Geo“. In diesem Jahr hat die Jury aus 909 Einsendungen von 75 Fotografen aus 30 Ländern ausgewählt.

          „Wir brauchen diese Bilder, auch wenn sie verstören, denn viele können sich das Leid erst vorstellen, wenn sie es sehen“, sagte Peter-Matthias Gaede, Vorstandsmitglied von Unicef Deutschland zu den Siegerfotos. „Bilder machen aus Zahlen Menschen und aus Statistiken Kinder“, führte Gaede aus.

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