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Kinder nach Maß : Unternehmen sichert sich Patent auf „Designer-Babys“

Ein Patent erlaubt Eltern bei den Spendern auch nach Augenfarbe oder athletischen Eigenschaften auszuwählen. Bild: dpa

In Amerika hat ein Unternehmen ein Patent auf die Selektion von menschlichen Samen- und Eizellen erhalten. Demnach sollen Eltern die Spendersamen zukünftig auch nach Augenfarbe, Herzinfarktrisiko oder athletischem Muskelbau aussuchen können.

          Die amerikanische Biotechnologie-Firma 23andMe hat sich in den Vereinigten Staaten das Patent auf die Selektion von menschlichen Samen- und Eizellen gesichert. Im Patentantrag Nummer US8543339B2, den das amerikanische Patentamt nun zugelassen hat, wird beispielhaft eine Auswahl aufgeführt, nach der zukünftige Eltern die Vorauswahl für die Spendergene treffen könnten. So kann man beispielsweise über die Wahrscheinlichkeit der Augenfarbe, des Herzinfarktrisikos oder auch der Laktosetoleranz bestimmen. Auf der Grundlage einer Formel wird dann die Spende mit den am meisten zutreffenden Eigenschaften ausgewählt.

          Es ist auch möglich die Priorität auf eine genetisch veranlagte Langlebigkeit zu legen.
          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Nach Angaben des Europäischen Patentamtes (EPA) in München hatte die amerikanische Biotechnologie-Firma auch die international gültige Anmeldung des Patents beantragt. Das EPA sei beauftragt worden, eine Recherche zum Stand der Technik durchzuführen. Aufgrund des Ergebnisses habe das Unternehmen keine europäische Patentanmeldung mehr beantragt. „Eine Prüfung des Patents nach europäischem Patentrecht hat deshalb gar nicht erst stattgefunden“, sagte der Sprecher.

          Kritik an einer solchen Selektion wurde jedoch umgehend auch in Deutschland laut. „Die genetische Identität eines Menschen darf nicht von Mode, Markt und Meinung abhängen“, sagte Christoph Then, Geschäftsführer von Testbiotech, einem Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie. Er sieht darin einen fundamentalen Verstoß gegen die Menschenwürde. „Geschäftsideen, die auf der Produktion von Designer-Babys beruhen, dürfen nicht durch Patente gefördert werden.“

          Ziel des Patentantrags ist die Auswahl des Samenspender nach genetisch definierten Kriterien.

          Die amerikanische Biotechnologie-Firma 23andMe bietet seit November 2007 einen DNA-Testservice an, der Aufschluss über das Erbgut inklusive einer Analyse von Risikofaktoren. Die Firma forscht unter anderem zu Parkinson-Krankheit und wird in Teilen unterstützt von Google-Mitgründer Sergey Brin. Er ist mit Anne Wojcicki, einer der Gründerinnen von 23andMe, verheiratet.

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