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Kenia : Mit dem Zug von Mombasa nach Nairobi

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Neu: Madaraka-Express Bild: AP

Eine neue Eisenbahnlinie verbindet Kenias größte Städte. Für die infrastrukturelle Entwicklung in Ostafrika ist das Projekt ein Beschleuniger.

          Es ist das größte Infrastrukturprojekt seit der Unabhängigkeit Kenias von Großbritannien im Jahr 1963. Die neue Eisenbahnlinie von der Hafenstadt Mombasa am Indischen Ozean in die Hauptstadt Nairobi, 470 Kilometer lang und 2,8 Milliarden Euro teuer, ist am Mittwoch offiziell in Betrieb genommen worden. Die Strecke, von Präsident Uhuru Kenyatta als „Jahrhundertprojekt“ bezeichnet, wurde von chinesischen Unternehmen finanziert und gebaut.

          Der Madaraka-Express (Madaraka heißt auf Swahili unter anderem Selbstbestimmung) verkürzt die Reisezeit zwischen den beiden größten Städten Kenias auf knapp fünf Stunden und ist mit einem Ticketpreis von rund acht Euro für eine einfache Fahrt unschlagbar preiswert. Die billigste Alternative – eine Busfahrt – kostet das Doppelte und dauert mindestens 15 Stunden. Weil auf der Linie auch neue Güterzüge verkehren, rechnet die kenianische Regierung mit einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts von mindestens 1,5 Prozent pro Jahr allein durch den schnelleren Transport von Seecontainern in die Hauptstadt.

          Der Madaraka-Express löst die noch aus dem 19. Jahrhundert stammende und von den Briten erbaute Eisenbahnlinie ab, die wegen ihrer Unzuverlässigkeit den Beinamen „Lunatic Express“ trägt. Die neue Eisenbahnlinie soll eines Tages Mombasa mit den Nachbarländern Uganda, Äthiopien und Südsudan verbinden. Wann die Linie weitergebaut wird, steht allerdings noch in den Sternen. Für die zweite Trasse von Nairobi nach Naivasha im Rift Valley fehlen bislang die Kreditzusagen. Außerdem stößt diese Verbindung auf erbitterten Widerstand von Naturschützern. Die Eisenbahnlinie müsste auf ihrem Weg nach Naivasha den Nairobi National Park durchqueren, das einzige Naturschutzgebiet der Welt in einer Großstadt.

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