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„Mose“ funktioniert : Kein Hochwasser in Venedig dank Hochwasserschutzanlage

„Normalerweise bis zu den Knien im Wasser“: Der Markusplatz in Venedig wurde dank der Hochwasserschutzanlage trotz starker Regenfälle nicht überschwemmt. Bild: AP

Nach 17 Jahren Bauzeit wurde die venezianische Hochwasserschutzanlage „Mose“ in diesem Jahr fertig gestellt. Während der starken Herbstregenfälle musste sie sich bewähren.

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          Die Altstadt von Venedig blieb am Wochenende trotz des saisonalen Hochwasserphänomens „acqua alta“ und ungeachtet des Starkregens von Überflutungen verschont. Erstmals wurde am Samstagmorgen die Hochwasserschutzanlage „Mose“ in einer tatsächlichen Gefahrenlage eingesetzt. Die 78 beweglichen Fluttore waren im Juli bei einem Testlauf bei schönem Wetter und niedrigem Wasserstand zum ersten Mal vollständig aufgerichtet worden. Am Samstagmorgen dauerte es knapp anderthalb Stunden, bis die drei Durchgänge von der Adria zur Lagune durch die mittels Druckluft aufgerichteten Fluttore vollständig verschlossen werden konnten.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Wie das Hochwasserschutzzentrum der Stadt mitteilte, erreichte der Pegelstand jenseits der Fluttore gegen Mittag 125 Zentimeter über Normal. Diesseits der Sperrvorrichtung wurden Pegelstände zwischen 70 bis 75 Zentimeter gemessen. Auf dem Markusplatz, der bei einem Pegelstand von 125 Zentimetern unter etwa einem halben Meter Hochwasser gestanden hätte, gab es außer Regenpfützen keine Überschwemmungen.

          „Mose ist stabil“

          „Normalerweise würden wir jetzt bis zu den Knien im Wasser stehen“, zeigte sich der Vorsitzende der Vereinigung Piazza San Marco, Claudio Vernier, begeistert. Auch die von den regelmäßigen Überschwemmungen betroffenen Einzelhändler und Gastronomen äußerten sich überwiegend zufrieden mit dem offenkundig planmäßig funktionierenden Hochwasserschutz.

          Die Fluttore sollen Venedig für dem Ansteigen der Pegelstände bewahren.
          Die Fluttore sollen Venedig für dem Ansteigen der Pegelstände bewahren. : Bild: EPA

          Der kürzlich mit einem klaren Ergebnis in seinem Amt bestätigte Bürgermeister Luigi Brugnaro äußerte sich zuversichtlich, dass das System die Altstadt dauerhaft vor Hochwasser schützen werde. „Mose ist stabil, wir sind zufrieden und drücken die Daumen“, sagte Brugnaro.

          Das mindestens sechs Milliarden Euro teure Projekt war erstmals 1984 erwogen worden. Es konnte aber nach 17 Jahren Bauzeit, die von zahlreichen Verzögerungen und Korruptionsskandalen überschattet waren, erst dieses Jahr fertiggestellt werden. Die jährlichen Betriebs- und Unterhaltskosten belaufen sich auf rund hundert Millionen Euro.

          Bild: Kaiser

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