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Karnevalsbrauch : Tierschützer protestieren gegen „Gänsereiter“

  • Aktualisiert am

Archivbild von 2009: Der Brauch des „Gänsereitens“ ist Jahrhunderte alt. Bild: dpa

Eine tote Gans, der Reiter den Kopf abreißen: Diesen Karnevalsbrauch pflegt der Gänsereiterverein in Bochum-Wattenscheid. In diesem Jahr haben Zehntausende mit einer Petition dagegen protestiert – doch die Stadt sieht keinen Grund, die Veranstaltung zu verbieten.

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          Proteste von Tierschützern haben das traditionelle Gänsereiten in Bochum-Wattenscheid begleitet. Etwa 60 Demonstranten nahmen am Montag an dem Protestzug teil. Bei dem Karnevalsbrauch wird eine zuvor getötete Gans an den Füßen zwischen zwei Bäumen aufgehängt. Die Reiter versuchen dann, ihr im Galopp den Kopf abzureißen. Das Gänsereiten soll im 16. und 17. Jahrhundert durch spanische Soldaten ins Ruhrgebiet gekommen sein.

          „Solche Gewaltdarstellungen sind eine widerliche Art zu Feiern“, kritisiert Thorsten Arnold, einer der Organisatoren der Demonstration. Eine Online-Petition gegen den Brauch hatten bis zum Montag mehr als 56.000 Internetnutzer unterzeichnet. Die Initiatoren fordern die Stadt Bochum darin auf, das Gänsereiten zu verbieten.

          Die Stadt sieht allerdings keinen Handlungsbedarf. „Es gibt keine Anhaltspunkte, die ein behördliches Einschreiten rechtfertigen würden“, sagte Sprecher Thomas Sprenger. Regelmäßig würde kontrolliert, ob der Karnevalsbrauch gegen die Lebensmittelhygiene oder den Tierschutz verstoße. Das sei nicht der Fall. Der Gänsereiterverein aus Sevinghausen wollte keine Stellungnahme abgeben. Fotografen wurden zu der Veranstaltung nicht zugelassen.

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