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Karneval in Aachen : Guttenberg jetzt Ritter statt Doktor

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Philipp zu Guttenberg versuchte die ihm aufgedrängte Bruderpflicht so humorvoll wie möglich zu erfüllen Bild: dapd

Passt „Ritter“ nicht ohnehin viel besser zum Verteidigungsminister als „Doktor“? Der Aachener Karnevalsverein jedenfalls hat Karl-Theodor zu Guttenberg am Samstag den Ritterschlag wider den tierischen Ernst erteilt. Ob der das lustig findet, weiß man nicht - er schickte seinen Bruder.

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          Den Doktor lässt er ruhen, Ritter darf er sich nennen: Karl Theodor zu Guttenberg hat am Samstag den Ritterschlag wider den tierischen Ernst erhalten - in Abwesenheit. Der Aachener Karnevalsverein (AKV) würdigte den Bundesverteidigungsminister als Überflieger mit Bodenhaftung: Der Minister habe Mut zum Widerspruch und zum „akrobatischen Querdenken“. Der durch Affären gebeutelte Minister kam nicht persönlich und schickte stellvertretend seinen Bruder Philipp zur Festsitzung. Die ARD strahlt die Aufzeichnung an diesem Montag (21. Februar) um 20.15 Uhr aus.

          Philipp zu Guttenberg kommentierte die ihm aufgedrängte Bruderpflicht mit feiner Ironie. In seiner Ersatz-Ritterrede plauderte er über den großen Bruder, den „Hochglanzpolitiker“, „Deutschlands beliebtesten Tiefstapler“, sturmerprobt, aber die Frisur sitzt - immer: „Das krause Haar bleibt stets gegelt“. Aber er steht zum Bruder: „Die Doktorarbeit wär verlogen, hört mans links von mir laut toben. Als hätt' das Land nicht andere Sorgen.“ Der AKV verleiht den Orden für Humor und Menschlichkeit im Amt.

          Der Bundesverteidigungsminister steht wegen seiner Doktorarbeit zunehmend unter Druck. Er soll bei anderen Autoren abgeschrieben haben, ohne das zu kennzeichnen. Bis zur Klärung lässt er seinen Titel ruhen. Seine Teilnahme in Aachen hatte er schon während der Bundeswehraffären abgesagt - angeblich wegen der Lage in Afghanistan.

          „Als hätt' das Land nicht andere Sorgen”: zu Guttenberg versucht vom Doktor-Thema abzulenken

          Kurz vor der Ordensverleihung holte den Minister diese Wirklichkeit ein: Am Freitag starben in Afghanistan bei einem Angriff drei deutsche Soldaten. Während die Festgäste im feinen Zwirn eintrafen, protestierten Friedensgruppen vor der Festhalle mit Holzkreuzen gegen die Verleihung. Die Auszeichnung sei eine Beleidigung der Opfer am Kundus.

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