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Karneval : Gefahr in der Kunststoffverkleidung

  • -Aktualisiert am

Die „Scream”-Maske ist diese Saison besonders beliebt Bild: dpa

Masken sollen während der fünften Jahreszeit den Spaßfaktor erhöhen. Einige der Scherzartikel enthalten aber gefährliche Substanzen.

          Gruseln ist in - zumindest zur Faschingszeit. Denn das verzerrte Sensenmann-Gesicht des Serienkillers aus dem Horrorfilm „Scream“ geht in den Kaufhäusern weg wie warme Semmeln. Beliebt sind auch Promimasken. Als Michael Schumacher den Faschingsball aufmischen oder als Albert Einstein beim Rosenmontagszug nach den Kamellen haschen - zur fünften Jahreszeit ist alles möglich. Die Masken gehören zum bunten Treiben dazu. Auch Kinder tragen sie gern. Besonders die Teletubbies sind in diesem Jahr heiß begehrt. Eine Untersuchung der Zeitschrift „Ökotest“ trübt allerdings die Freude an den Stimmungsmachern.

          Von sechs der getesteten Promimasken sind nach Auffassung des Magazins fünf nicht empfehlenswert. Die aus PVC oder Latex hergestellten Masken enthalten chemische Stoffe, die zum Teil krebserregend oder für Allergiker gefährlich sein können.

          Weichmacher

          Die aus PVC hergestellten Artikel enthalten nach Auskunft des Magazins zu 24 bis 29 Prozent Weichmacher. Die sind notwendig, damit das PVC weich und formbar wird. Die Weichmacher können vom Körper über die Haut aufgenommen werden und Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane schädigen. Die aus Latex gefertigten Masken enthalten nach der „Ökotest“-Studie Proteine, die Allergikern schwer zu schaffen machen können. Im Extremfall bekommen sie keine Luft mehr. Außerdem wurden in einigen der Artikel krebsverdächtige Amine gefunden. Sie entstehen bei der Latexherstellung und werden über Haut und Atemluft aufgenommen.

          TBT in Trikots

          Fast alle PVC-Masken enthalten hochgiftiges Tributylzinn (TBT) und andere zinnorganische Verbindungen. TBT sorgte im vergangenen Jahr in Fußballtrikots für Aufregung. Kaufhäuser und Sportartikelhersteller nahmen die Artikel für kurze Zeit sogar ganz aus den Regalen. Schon nach 14 Tagen gab es aber Entwarnung.

          Grenzwerte

          „Es wurde damals klar nachgewiesen, dass dieser Stoff niemals an den Körper kam“, sagt Irene Lukassowitz, Pressesprecherin des Bundesinstitutes für gesundheitlichen Verbraucherschutz. Für sie ist klar: „Die Hersteller sollten eigentlich ganz auf solche kritischen Substanzen verzichten.“ Was die Masken angeht, gibt sie aber trotzdem Entwarnung: „Entscheidend ist nicht, was drin ist, sondern was rauskommt.“ Dass die Masken viele Stoffen enthalten, die in hohen Konzentrationen gefährlich sind, ist Fakt. Für sie gelten aber die gleichen gesetzlichen Grenzwerte wie für Lebensmittel und Bedarfsgegenstände. „Bei den Grenzwerten wird die lebenslange tägliche Konzentration als Maßstab genommen. Faschingsmasken werden maximal an zwei bis drei Tagen und auch dann nicht 24 Stunden am Stück getragen. Insofern muss man die Gefahr hier deutlich relativieren“, erklärt die Sprecherin des Bundesinstitutes.

          Hautreizungen

          Bei den Verbraucherschutzverbänden ist das Problem der Chemikalien in den Masken bekannt. „Um PVC und Latex so verarbeiten zu können, sind leider bestimmte Chemikalien und Zusatzstoffe nötig. Manche Stoffe entstehen auch erst bei der Herstellung“, erklärt die Chemikerin Andrea Mayer-Figge von der Verbraucher-Zentrale Nordrhein Westfalen. Bei längerem Hautkontakt und in Verbindung mit Schweiß könnten die Stoffe in den Masken durchaus zu Hautreizungen und sogar leichten hormonellen Störungen führen. Im Prinzip sollten empfindliche Menschen die Kunststoffverkleidungen gar nicht tragen. Ganz ohne Risiko sind im Prinzip nur selbstgebaute Masken aus Pappe und hautfreundlichen Farben.

          Keine Richtlinien

          Die großen Warenhäuser lassen sich von der Untersuchung der Zeitschrift nicht aus der Ruhe bringen. „Bei uns gibt es diese Masken nicht“, sagte die Sprecherin der Kaufhof AG. Zumindest die in dem Test analysierten Masken nicht, dafür aber jede Menge anderer Modelle aus Latex oder PVC. „Wenn wirklich eine Gefahr von den Masken ausgeht, müsste das Umweltministerium Richtlinien festschreiben“, so Christian Scheibe, Sprecher der Karstadt Warenhaus AG.

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