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Kandidaten-Gattinnen in Frankreich : Vive la discrétion!

Immer macht sie eine gute Figur: Cara Bruni-Sarkozy beim Besuch eines Hospitals für Kinder im Januar Bild: picture alliance/abaca

Carla Bruni-Sarkozy und Valérie Trierweiler, die Frauen an der Seite der französischen Präsidentschaftskandidaten, liefern sich ein Duell in vornehmer Zurückhaltung - aus Berechnung die eine, wegen ihres Naturells die andere.

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          Gerade hat sich ihr Mann in den Kampf gestürzt, seinen Platz im trauten Heim - dem Elysée-Palast - zu verteidigen; am Mittwochabend verkündete er seine Kandidatur. Carla Bruni-Sarkozy aber macht sich gut zwei Monate vor den Präsidentenwahlen rar, ganz gegen ihre Gewohnheit. Zwar wohnte sie am Sonntag der großen Kundgebung ihres Mannes in Marseille bei, aber das soll die Ausnahme bleiben. Sie bezeichnet ihren Beistand als "menschlich", auf keinen Fall politisch. "Ich bin da, wenn er mich braucht", sagt sie - im Hintergrund.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Seit der Geburt ihrer Tochter Giulia im vergangenen Oktober lassen sich ihre öffentlichen Auftritte ohnehin an einer Hand abzählen. Böse Federn haben auch schon eine Erklärung parat. Da Bruni-Sarkozy, 44, ihr Töchterchen stillt, müsse sie auf ihre geliebten Botox-Behandlungen verzichten. Ohne die Straffungshilfe aber traue sie sich nicht ins Blitzlichtgewitter, tuschelt die Regenbogenpresse inzwischen auch in Frankreich.

          Nur manchmal in der ersten Reihe: Valérie Trierweiler, Lebensgefährtin von Sozialisten-Chef François Hollande, vor der Parteizentrale
          Nur manchmal in der ersten Reihe: Valérie Trierweiler, Lebensgefährtin von Sozialisten-Chef François Hollande, vor der Parteizentrale : Bild: Getty Images

          Das ist nicht elegant und zudem irreführend. "Sie lebt ihr Leben, sie ist eine Künstlerin, eine freie Frau", sagt Sarkozys Kommunikationschef Franck Louvrier. Der Meinungsforscher Stéphane Rozès sieht es ein wenig anders: "Alle unsere Studien haben gezeigt, dass Carla Bruni-Sarkozy mit der Bling-Bling-Phase des Präsidenten assoziiert bleibt, mit seinem überbelichteten Privatleben." Die beste Wahlkampfhilfe, die sie Sarkozy bieten könne, sei deshalb Diskretion. "Je mehr ich mich an seiner Seite zeige, umso mehr sinkt er in den Meinungsumfragen", hat Bruni-Sarkozy gerade "Paris Match" anvertraut.

          Sarkozy hat verstanden, dass die Franzosen die Inszenierungen seines Privatlebens nicht mehr ertragen. Das Diner im Nobelrestaurant Fouquet's an den Champs-Élysées am Wahlabend, sein Ausflug mit Goldkettchen, Ray Ban und Rolex auf die Yacht eines Unternehmerkumpels im Mittelmeer, seine Auftritte mit dem früheren Topmodell als turtelndes Liebespaar im Disneyland Paris, in Jordanien oder in Ägypten - "es war ein Fehler", sagte der Präsident kürzlich in "Le Monde". "Die Franzosen sahen mich glücklich und dachten: Uns hat er im Stich gelassen", so Sarkozy. Jetzt tritt er lieber mit der Bundeskanzlerin vor die Kameras.

          Wahlkampf als Strohwitwer

          Vor fünf Jahren zog der Wahlkämpfer Sarkozy wider Willen als Strohwitwer von Kundgebung zu Kundgebung. Cécilia, seine damalige Ehefrau, trat nur äußerst selten und dann mit Schmollmund in Erscheinung und ließ selbst bei der Wahlparty die Ehrengäste stundenlang warten. Jetzt rüstet sich Sarkozy wieder für eine Solokampagne - weil die Ehefrau ihm im Schatten mehr zu helfen verspricht als im Rampenlicht. Für die mondäne Carla ist es eine neue Erfahrung, dass sie sich verbergen soll. Sie war immer daran gewöhnt, die erste Geige zu spielen, ob als verwöhnte Tochter aus bester italienischer Industriellenfamilie, als hochbezahltes Model oder als laszive Chansonsängerin.

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