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Kaffee-Test : Die Bohne aus dem Becher

  • -Aktualisiert am

Klicken Sie auf das Bild, um die Testergebnisse zu sehen! Bild: Andreas Pein

Kaffee wird entweder ganz heiß getrunken - oder eiskalt, etwa als Instant-Variante aus dem Supermarkt. Taugt die aber was? FAZ.NET hat den kalten Kaffee für unterwegs getestet.

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          Sein Duft ist unvergleichlich. Wenn er vom frisch Gemahlenen aufsteigt, sich im Raum ausbreitet wie ein unsichtbarer Schleier und schließlich die Nase ganz ausfüllt, dann stellt das ein so komplettes Erlebnis dar, wie es selten sein dürfte selbst im Gourmetsektor. Natürlich wird er dann auch getrunken, der Kaffee, allerdings mit ganz erheblicher aromatischer Einbuße. Für manchen Aficionado stellt der Schluck aus der Tasse lediglich einen abschließenden Akt dar, ohne den seine Welt nicht vollständig wäre.

          Aber Gründe gibt es natürlich genug fürs Kaffeetrinken. Schließlich enthält der „Wein des Denkers“ mit dem Koffein eine belebende Substanz, ohne das die zeitgenössische Konversation recht einsilbig bliebe. Zum anderen handelt es sich beim Kaffee um einen exotischen Luxusartikel der frühen Neuzeit, dessen spätere Demokratisierung täglicher Bestätigung bedarf.

          Dass der schwarze Extrakt zu jenen Vergnügungsmitteln wie Bier, Schnaps und Tabak gehört, für deren Genuss man eine Hemmschwelle überwinden muss, bildet einen zusätzlichen Reiz. Sinnbild von Mobilität und Veränderung ist der gelöste Kaffee allein deshalb, weil sein bloßer Duft in der menschlichen Vorstellung von etwas Unbeweglichem auszugehen scheint. Als Träger eines starken inneren Kontrasts bilden sich im Kaffee kulturelle Verschiebungen ab - wenn sie sich nicht bereits durch ihn ankündigen.

          Rübensüß Bild: Andreas Pein

          Seit der Kaffee auf der Straße angekommen ist, hat sich eine eigene Demonstrationssymbolik gebildet. Mitunter wird der bunt bedruckte Pappbecher mit der charakteristischen Überschwapphaube aus Kunststoff fast monstranzartig über den Bürgersteig getragen. Weil die harschen Röstnoten nach eindeutiger Positionierung verlangen, trinkt man Kaffee im Unterschied zu grünem Tee etwa stets heiß - oder ganz kalt. Denn nunmehr hat sich eine kühle Instant-Variante etabliert, die in Ermangelung eines griffigeren Titels Kaffeegetränk oder Coffee-Drink heißt.

          Sie ist trinkfertig in Becher, Flaschen oder Dosen abgefüllt und wird in Supermärkten, vor allem aber an Tankstellen, Bahn- und Flughäfen sowie im Kiosk und an der Trinkhalle angeboten, wo sie zumeist (und nicht ganz von ungefähr) zwischen Kakao und Energy-Drinks einsortiert wird. Weil es meist Molkereien sind, die Kaffeegetränke herstellen, liegt der Akzent naturgemäß auf der Milch. Deshalb liegt der Verdacht nahe, dass bei den angebotenen Bechern mit Caffe Latte, Cappuccino, Latte Macchiato oder Latte Espresso beziehungsweise Espresso Macchiato die Hauptsache selbst ins Hintertreffen gerät. Ein Test sollte da für Klarheit sorgen.

          Für Kaffee-Puristen unzumutbar

          „Soll ich vergiftet werden?“ Mit diesen Worten begrüßte Willy Andraschko am Wochenbeginn eine kleine Jury in seiner gleichnamigen Kaffee-Manufaktur auf der Etage eines Kreuzberger Betriebshofs. Für einen Puristen wie ihn bewegt sich der Test von Fertigkaffee an der Grenze des Zumutbaren.

          Andraschko hat in Berlin Kaffeegeschichte geschrieben. Als Impresario des legendären „Café Einstein“ in der ehemaligen Villa des Stummfilmstars Henny Porten brachte der Wiener aus dem 13. Bezirk die Kaffeehauskultur seiner Heimatstadt nach Berlin, als Röster von Graden hatte er schon eine Marke etabliert, als sich der Trend zur Hausröstung noch nicht abzeichnete. Heute beschränkt sich Andraschko, der nur zwischen floralem Vienna Roast und zartbitterem Italian Roast unterscheidet, auf knapp ein Dutzend Arabica-Blends für höchste Ansprüche.

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