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KaDeWe-Einbrecher : Tatverdächtige wegen Zwillings-DNA entlassen

  • Aktualisiert am

Mindestens einer der Zwillinge war an dem Einbruch beteiligt. Nur lässt sich nicht genau sagen, welcher. Bild: dpa

Die beiden Männer sollen in das Luxuskaufhaus KaDeWe eingebrochen und Schmuck und Uhren im Millionen-Wert gestohlen haben. Mit DNA-Spuren können die Ermittler belegen, dass mindestens einer der Zwillinge beteiligt war - aber nicht, welcher.

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          Die beiden mutmaßlichen KaDeWe-Einbrecher sind aus der Untersuchungshaft entlassen worden, obwohl mindestens einer von ihnen am Tatort war. Die gefundenen DNA-Spuren gehören zwar zu einem der beiden 27-jährigen Brüder, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Es könne aber nicht sicher geklärt werden, zu welchem, weil die Männer eineiige Zwillinge sind und identisches Erbmaterial haben. Daher wurden die Haftbefehle aufgehoben. Die beiden Männer sollen am 25. Januar in das Luxuskaufhaus KaDeWe eingebrochen und Schmuck und Uhren im Millionen-Wert gestohlen haben.

          Die Staatsanwaltschaft erklärte: „Ihre DNA ist so gut wie identisch und mit derzeitigen medizinischen Erkenntnissen nicht zu unterscheiden.“ Auch die weiteren Tatortspuren, Beweismittel und Untersuchungen hätten in dieser Frage nicht zu einem eindeutigen Ergebnis geführt. Die Staatsanwälte erläuterten, dass laut Gesetz jedem der beiden Beschuldigten zugestanden werden müsse, dass jeweils der andere am Tatort war. Es bestehe aber weiterhin Tatverdacht, daher würden auch die Ermittlungen weiter laufen.

          Die Verdächtigen schweigen

          Der Verteidiger eines der beiden Männer, Axel Weimann, sagte dem „Tagesspiegel“ (Donnerstag): „Ich gehe davon aus, dass sie noch heute zu ihren Familien fahren werden.“ Die Männer haben bisher zu den Vorwürfen nicht ausgesagt. Weimann sagte: „Dass die Mandanten schweigen, heißt nicht, dass sie etwas zu verbergen haben, sondern dass sie von ihrem Grundrecht Gebrauch machen.“

          Die Brüder waren am 11. Februar in einer Spielhalle auf dem Autohof Bockel (Kreis Rotenburg/Wümme) in der Nähe von Bremen festgenommen worden. Sie lebten dort in der Nähe. In ihren Wohnungen wurden zwar Beweismittel wie Handys, aber keine Beutestücke gefunden. Die Polizei fahndet weiterhin nach einem dritten Täter und der Beute.

          Auf den Filmen der Überwachungskameras waren drei maskierte Täter zu sehen, die an dem Millionencoup beteiligt waren. Sie waren am frühen Morgen des 25. Januar über eine Leiter auf ein seitliches Vordach des KaDeWe gestiegen. Von dort stiegen sie durch ein Fenster in das große Kaufhaus und kletterten über eine Strickleiter wieder ins Erdgeschoss. In der Filiale der Juwelier-Kette Christ brachen sie Ausstellungsvitrinen und Schränke auf. Auf den Überwachungsvideos ist zu sehen, wie die Männer in kurzen Abständen zweimal hintereinander auftauchen, um die umfangreiche Beute aus dem Kaufhaus zu schaffen.

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