https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/justiz-an-der-belastungsgrenze-die-ueberlastung-der-gerichte-15968366.html

Umfrage : Justiz an der Belastungsgrenze

  • Aktualisiert am

Stapel mit Prozessakten im Gerichtssaal des Landgerichts Koblenz Bild: dpa

Laut Deutschem Richterbund braucht Deutschland rund 2000 zusätzliche Richter und Staatsanwälte. Eine Klageflut bei Asylverfahren und immer aufwendigere Strafverfahren gegen international vernetzte Täter sorgten für eine starke Überlastung der Gerichte.

          1 Min.

          Die Justiz arbeitet in vielen Teilen Deutschlands an der Belastungsgrenze. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Bundesländern. Obwohl viele Länder danach das Justizpersonal bereits kräftig aufstocken, mangelt es vielerorts weiter an Personal. Richter und Staatsanwälte ächzen seit langem unter einer Klageflut etwa bei Asylverfahren. In einigen Bundesländern sind die Haftanstalten überbelegt. Verdächtige müssen wegen der Überlastung der Justiz immer wieder auf freien Fuß gesetzt werden.

          „Die Arbeitsbelastung insbesondere in der Strafjustiz ist enorm hoch“, sagte Sven Rebehn, Geschäftsführer des Deutschen Richterbundes. „Vor allem die Staatsanwaltschaften haben sich zum Nadelöhr bei der Strafverfolgung entwickelt.“

          Nach den Berechnungen des Verbandes braucht Deutschland 2000 zusätzliche Richter und Staatsanwälte. Strafverfahren seien häufig aufwendiger als noch vor 10 oder 20 Jahren. Häufig hätten Strafverfahren Auslandsbezüge und richteten sich gegen international verzweigte Tätergruppen. Die auszuwertenden Datenmengen hätten sich vervielfacht. Verfahren würden eingestellt oder dauerten immer länger. „Das sind deutliche Anhaltspunkte für eine überlastete Justiz“, sagte Rebehn.

          Weitere Themen

          Großbrand in Essen wegen Zigarette?

          Ermittlungen gegen Bewohner : Großbrand in Essen wegen Zigarette?

          Nach dem verheerenden Brand eines Wohnkomplexes in Essen wird gegen zwei Bewohner wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung ermittelt. Einer der beiden soll auf einem Balkon eine Zigarette nicht richtig ausgemacht haben.

          Topmeldungen

          Im Gefechtssimulationszentrum des Heeres in Wildflecken: Zwei Soldaten sichten eine Karte im Rahmen eines simulierten Gefechts am 7. März für die Nato-Einsatzgruppe.

          Üben für den Ernstfall : Wenn „Occasus“ angreift

          Eine deutsche Panzergrenadierbrigade bereitet sich in einem Gefechtssimulationszentrum darauf vor, als Speerspitze der NATO gegen jeden Gegner anzutreten. Russlands Angriff auf die Ukraine ist allgegenwärtig.
          Landesweite Kampagne: Der Buchstabe Z, der für den Slogan „Für den Sieg“ steht, auf einer Hausfassade in St. Petersburg

          Verfolgung und Propaganda : Russlands Jagd auf „Falschinformationen“

          Drei Tage nach Inkrafttreten des russischen Gesetzes gegen „Falschinformationen“ sind Bürgerrechtlern zufolge schon 144 Personen festgenommen worden. Das Regime in Moskau benutzt für seine Inszenierungen selbst Kinder.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.