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Jugendkriminalität : U-Bahn-Schlägereien in Frankfurt und München

  • Aktualisiert am

Nach München auch in Frankfurt: Überfälle in U-Bahnstationen häufen sich Bild: dpa

In Frankfurt haben Jugendliche in der Nacht zum Sonntag einen U-Bahn-Lokführer krankenhausreif geschlagen. Auch in München kam es erneut zu einem Überfall Jugendlicher in einer U-Bahnstation. Dort gab es in den letzten zwei Wochen vier Vorfälle dieser Art.

          Sieben junge Männer haben in der Nacht zum Sonntag in Frankfurt einen U-Bahnfahrer krankenhausreif geschlagen. Zuvor hatten sie in einem Zug randaliert und Scheiben zertrümmert, wie die Polizei mitteilte. Polizisten verhinderten, dass die Männer im Alter zwischen 17 und 21 Jahren auf den am Boden liegenden Fahrer eintraten. Sie nahm die Männer vorübergehend fest.

          Der 43 Jahre alte U-Bahnfahrer wurde mit Gesichtsprellungen und dem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung in ein Krankenhaus gebracht. Dort befand er sich laut Polizei auch noch am Sonntagabend zur Beobachtung.

          Lokführer wollte helfen

          Der Vorfall ereignete sich nach Angaben eines Polizeisprechers am frühen Sonntag gegen 0.30 Uhr. Die Gruppe habe während der Fahrt in einer U-Bahn Fenster eingeschlagen und sei dann ausgestiegen. Auf dem Bahnhof begegneten sie dem Lokführer, der nach Angaben der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) nach dem Arbeitsende auf dem Heimweg war.

          Laut VGF sagte der U-Bahnfahrer, er habe einen der „schwankenden“ Jugendlichen auffangen wollen, als dieser zu Boden zu fallen drohte. Die Begleiter des jungen Mannes hätten das als Angriff gewertet und unvermittelt zugeschlagen. Die Polizei sei bereits zuvor von der U- Bahnfahrerin alarmiert worden, in deren Zug die Männer randaliert hätten. Insgesamt hätten sie einen Schaden von mehreren tausend Euro angerichtet.

          Überwachungsvideo wird ausgewertet

          Nach der Festnahme seien die Männer erkennungsdienstlich behandelt und dann auf freien Fuß gesetzt worden, sagte der Polizeisprecher. Die meisten der Tatverdächtigen hätten offenbar einen Migrationshintergrund. Einige seien in der Vergangenheit als Gewalttäter aufgefallen. Haftbefehl sei nicht beantragt worden. Das Überwachungsvideo des U-Bahnhofes müsse nun ausgewertet werden. Außerdem sollen mögliche Zeugen und der U-Bahnfahrer befragt werden.

          Auch in München ist es zum vierten Mal innerhalb von gut zwei Wochen in der U-Bahn am Sonntag zu einem brutalen Streit mit Verletzten gekommen. Bei der Auseinandersetzung in einer U-Bahn-Station waren drei Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren auf zwei 22 Jahre alte Männer losgegangen, wie die Polizei mitteilte. Einer der beiden Männer wurde niedergeschlagen und gegen den Kopf getreten. Die beiden Opfer mussten im Krankenhaus behandelt werden, konnten danach aber wieder entlassen werden.

          Ein brutaler Überfall in der Münchner U-Bahn hatte kurz vor Weihnachten eine Diskussion um ein schärferes Jugendstrafrecht und junge kriminelle Ausländer ausgelöst.

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