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Pläne in der Pandemie : Wenn Träume platzen

  • -Aktualisiert am

Junge Leute hatten große Pläne. Dann kam Corona. Die Protokolle haben Justus Almstedt und Julika Diener vom Ludwigsgymnasium in Saarbrücken aufgezeichnet.

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          Thailändische Kinder unterrichten

          Ursprünglich wollte ich nach meinem Abschluss am Otto-Hahn-Gymnasium in Saarbrücken für fünf Wochen nach Thailand, um dort mit einer Organisation Kinder in Englisch und Sport zu unterrichten. Ich freue mich schon ewig darauf und habe zwölf Monate nebenbei gearbeitet, um mir die Reise leisten zu können. Seit dem 25. März gibt es einen Einreisestopp. Die Ungewissheit belastet mich sehr, besonders weil im Herbst bereits mein BWL-Studium beginnen sollte. Die Uni hat den Semesterbeginn auf November verschoben, also läuft sowieso nichts wie geplant. Es ist nicht leicht, sich aufs Abitur zu konzentrieren, wenn man weiß, dass das letzte Jahr eigentlich umsonst war. Die nächsten vier Monate gar nichts machen ist auch keine Option. Deswegen bin ich ständig auf der Suche nach etwas Vergleichbarem. Aber eigentlich hilft nur Abwarten. Außerdem weiß ich nicht, wann ich noch mal eine Möglichkeit wie diese bekomme, wenn ich erst mal angefangen habe zu studieren.

          Paul, 18 Jahre

          In die Fabrik für Costa Rica

          Zunächst hatte ich geplant, nach den Abiturprüfungen bei der Zahnradfabrik Friedrichshafen hier in Saarbrücken zu arbeiten und Geld zu verdienen. Im November wollte ich dann mit einer guten Freundin nach Mittelamerika gehen. In Guatemala und Costa Rica hatten wir tolle Angebote für Sprach- und Surfkurse gefunden. Die Unsicherheit in Bezug auf die Abiturprüfungen – all das macht einen wirklich fertig. Irgendwann war mir dann klar, dass auch meine Pläne für die Zeit danach wohl ins Wasser fallen werden. Eigentlich müsste ich mich einen Monat vor den Prüfungen doch vollkommen auf mein Abi konzentrieren. Jetzt suche ich nach Alternativen. Für viele Dinge sind die Bewerbungsfristen abgelaufen. Also habe ich überlegt, direkt mit dem Studium anzufangen und in den Semesterferien zu reisen. Der Einschreibeschluss an Universitäten ist ungefähr zwei Wochen nach dem mündlichen Abi, dabei weiß ich nicht mal, was ich später genau machen will. Die Zeit in Mittelamerika sollte mir helfen, das herauszufinden.

          Katharina, 18 Jahre

          Hoffen auf den Medizinertest

          Mein Plan ist es, zum Wintersemester mein Medizinstudium an der Universität des Saarlandes in Homburg anzufangen. Im vergangenen Jahr habe ich mein Abitur am Deutsch-Französischen Gymnasium in Saarbrücken bestanden, allerdings war mein Schnitt nicht ausreichend, um direkt zu beginnen. Das vergangene Jahr habe ich mit Arbeiten und einer Ausbildung zum Rettungssanitäter überbrückt. Um meine Chancen auf einen Studienplatz zu erhöhen, habe ich mich für den Medizinertest angemeldet, der ursprünglich am 9. Mai stattfinden sollte. Dafür habe ich an einem Vorbereitungskurs teilgenommen. Der fand als Online-Kurs statt. Der Test wurde verschoben. Ein neuer Termin ist eventuell Ende Juli, Anfang August. Das Bewerbungsportal wird später geöffnet, weil sich das Abitur nach hinten verschiebt. Zur Sicherheit schaue ich mich nach Alternativen um, wie einer Ausbildung zum Notfallsanitäter. Ich habe Angst, dass meine Pläne um mindestens drei weitere Jahre verschoben werden. Lukas, 18 Jahre

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