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Zeichentrickfilm-Animator : Von 600 Vorschlägen blieben 250 Figuren

  • -Aktualisiert am

Torsten Schrank ist Zeichentrickfilm-Animator und arbeitet mit internationalen Studios zusammen. Für sein „Character Design“ heimst der Berliner Preise ein.

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          Als der Moderator den Namen des Gewinners verkündet, sagt er feierlich Torsten „Schrenk“. Die Aussprache deutscher Namen ist auf der 47. Verleihung der „Annie Awards“ nicht allen geläufig. Denn es ist eine große Ausnahme, dass deutsche Künstler bei dieser Ehrung dabei sind. Torsten Schrank ist es gelungen. Er wurde für seine Arbeit am Film „Klaus“ nicht nur nominiert, sondern auch mit dem begehrten Preis ausgezeichnet.Die Annie Awards werden seit 1972 jährlich von der Abteilung der „Association internationale du film d’animation“ mit Sitz in Hollywood für besondere Leistungen im Bereich Animation vergeben und gelten als höchste Auszeichnung in dieser Branche. Bei der Festveranstaltung am 25. Januar im vergangenen Jahr in der ehrwürdigen Royce Hall in Los Angeles stehen 32 Kategorien für die Preisverleihung auf dem Programm. Schrank ist in der Kategorie „Best Character Design – Feature“ nominiert. Alle Figuren, die im Netflix-Film „Klaus“ zu sehen sind, stammen aus seiner Feder oder seinem Bleistift. Er hat sie entworfen, ihnen ihr Aussehen und ihre besonderen Merkmale gegeben. Die Konkurrenz in dieser Kategorie ist groß. Zu den vier weiteren Nominierten gehören der Character Designer Bill Schwab von Walt Disneys Megahit „Frozen II“ sowie der dreimalige Annie-Gewinner Nico Marlet.

          Mit „Klaus“ in die Königsklasse

          Torsten Schrank beschreibt die Atmosphäre allerdings als entspannt und kollegial: „Allein die Nominierung zusammen mit den vier anderen Künstlern ist eine große Ehrung für mich. Ich sah mich in der Außenseiterrolle und hatte mir keine großen Chancen ausgerechnet. Nach der Verleihung gratulierte mir Nicolas Marlet. Er freute sich sichtlich über meine Auszeichnung.“ Dem Film „Klaus“ steht das Prädikat „Meisterwerk“ zu. In sechs weiteren Kategorien gehört er zu den Nominierten der Preisverleihung, wobei er jedes Mal als Gewinner genannt wird, unter anderem auch in der Königsklasse „Best Animated Feature – Bester Animationsfilm“. Sieben verliehene Annies sind ein großartiger Erfolg für das gesamte Filmteam unter der Leitung von Sergio Pablos, dessen Firma „The SPA Studios“ ihren Sitz in Madrid hat.

          Torsten Schrank, der 1974 in West-Berlin geboren wurde, erinnert sich: „Meine Eltern sind oft mit mir ins Kino gegangen, um Disney-Filme anzuschauen. Diese Filme haben mich seitdem fasziniert und waren ein wichtiger Ausschlag für meinen Berufswunsch, Zeichentrickfilm-Animator zu werden.“ Malen war seine Lieblingsbeschäftigung als Kind. Seine Bilder lösten schon früh bei Erwachsenen ein begeistertes Staunen aus. Nach dem Abitur bewarb er sich an der Filmuniversität „Konrad Wolf“ in Potsdam und schloss sein Studium mit dem Titel „Diplom-Animator“ ab. Zu den Höhepunkten gehörte ein Praktikum in Paris, in dem er einen Einblick in die Arbeit der Walt-Disney-Studios bekam. Sein Diplomfilm war von so überzeugender Qualität, dass er ein Angebot von einem spanischen Studio erhielt und dort in die Berufspraxis einsteigen konnte.

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