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YSL-Model : Manchmal steht sie stundenlang in High Heels und macht nichts

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Mit 17 Jahren von Portugal nach Paris: Ein junges Model im YSL-Team über den Alltag zwischen „Vogue“-Photo-Shoot und Online-Unterricht

          Fußballschuhe durch High Heels ersetzen – Model? Nie hatte ich daran gedacht. Ich wollte früher Fußballspielerin werden“, sagt Maria (Name auf Verlangen der Agentur geändert). Interesse an Kleidung und Mode habe sie nie gehabt, sie zog lieber Fußballschuhe an, um mit den Jungen ein Match zu spielen. Für ihre ein Meter langen Beine hatte sie schon früh bewundernde Kommentare zu hören bekommen, sie aber nie ernst genommen. Aber ihre Tante brachte sie zur Agentur L’Agence. „Sie haben etwas Besonderes an mir gesehen, und zusammen mit der Agentur Next haben sie in mich investiert.“ Die braunhaarige, 1,80 Meter große Portugiesin lebt seit sechs Monaten in Paris, um an ihrer Karriere zu arbeiten. Sie wohnt allein in einer kleinen Wohnung, die ihre Agentur für sie gemietet hat, und arbeitet fast jeden Tag. Dabei versucht sie die „PhotoShoots“ und die „Fashion Shows“ mit der Schule zu vereinbaren. Maria nimmt Online-Unterricht, indem sie in der Woche acht Stunden über Skype von einem Lehrer in Coimbra betreut wird. Sie strengt sich an, um gute Noten zu kriegen. „Mit 17 allein zu leben ist nicht leicht, aber ich habe das Glück, tolle Eltern zu haben, die mich dabei unterstützen. Das macht alles einfacher“, bestätigt das New Face bei Yves Saint Laurent. Seit 2017 modelt Maria für die Marke, mit der sie einen Exklusivvertrag hat. Sie erklärt, was für Arbeiten dort verlangt werden. Bei den „PhotoShoots“ bleibt sie den ganzen Tag in einem Studio und posiert vor einer Kamera.

          Der Kunde gibt den Look vor und kontrolliert

          „Drei Zentimeter von der Brust wegnehmen“, „Arme nach oben“ , „Vorsichtig mit der Nadel“. So laufen die sogenannten Fittings. Designer und Mitarbeiter vermessen ihren Körper, damit die Kleidung für die Fashion Shows perfekt aussehen. „Fittings sind der langweiligste Teil meines Jobs. Ich stehe stundenlang in High Heels und mache gar nichts. Das Beste sind die PhotoShoots, denn es gibt so viel zu tun, und die Atmosphäre begeistert mich“, sagt das Model, während sie sich im Studio für einen „Vogue“-Photo-Shoot vorbereitet. Acht Uhr ist es, als Maria den kalten Hinterraum eines Bekleidungsgeschäfts betritt. Ein Starbucks-Kaffee und drei Make-up-Artists warten schon auf sie. Zwei schminken ihr Gesicht, der andere kümmert sich um ihre Haare. Der Look wird von den Kunden vorgegeben. Vor dem Schminken massieren die Frauen Marias Gesicht. „Das ist das Einzige, was ich mag. Da ich eine jungenhafte Seele habe, bleibe ich lieber ungeschminkt. Außerdem ist es ermüdend, eine Stunde lang unbewegt zu sitzen, um geschminkt zu werden.“ Mit roten Lippen geht Maria zum Set. Da liegt ein Mantel bereit, um den alle anderen herumstehen, zwei starke Lichtkegel sind auf die Mitte des Mantels gerichtet. Im Hintergrund spielt Musik, um die Atmosphäre zu entspannen. „Der Kunde spricht vorher mit mir und mit dem Fotografen. Sie haben schon eine gewisse Idee im Kopf, aber fragen mich immer, ob ich einverstanden bin“, erklärt das Mädchen.

          Der Kunde ist immer dabei und versucht alles nach seinen Wünschen zu beeinflussen. Zwischendurch werden durch die Designer und Make-up-Artists die Kleidung, die Haare oder der Lipgloss aufgefrischt, damit alles perfekt aussieht. Rund 200 Fotos werden gemacht, bis der Fotograf zufrieden ist. Maria sagt, es sei kaum vorstellbar, wie viele Posen und Fotos gemacht werden müssen, bis das „perfekte“ rauskommt: „Manchmal klappt es schon beim dritten Foto, aber es gibt auch Tage, an denen ich mehr als 500 machen muss, bis es dem Kunden gefällt.“ „Super. Es reicht, wir haben es geschafft!“, ruft der Fotograf um 15 Uhr. Jetzt können alle eine Kleinigkeit essen. Nach der Mittagspause beginnt die zweite Runde.

          Backstage herrschte Chaos

          Bei ihrer ersten Fashion Show vor zwei Jahren während der „Paris Fashion Week“ war Maria aufgeregt, als sie den Countdown „10,9,8,7...“ hörte. „Ich war so nervös, dass ich an nichts mehr denken konnte. Die anderen Models beruhigten mich und erklärten, dass sie dieselben hohen Schuhe wie ich anhätten, also die Chancen, zu fallen, gleich für alle sei“, erzählt das jüngste Model des ganzen YSL Team lächelnd. „Im Backstage herrschte ein Chaos, aber ich war so konzentriert und merkte es nicht. Die Zeit während der Show war für mich ein großer Stress.“ Ihr Modelleben ähnelt dem, wie man es aus dem Fernsehen und Zeitschriften kennt. Manchmal sei es ein bisschen kompliziert, manchmal eine lohnende Erfahrung. Marias Meinung nach wird ihr diese neue Welt als „unglaublich, anstrengend und bereichernd“ in Erinnerung bleiben. Sie hofft, dass sie in zehn Jahren durch die ganze Welt reist und mit ihrer Karriere zufrieden ist.

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