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Wahl der Ausbildung : Was ihr wollt

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Welche Ausbildung, welches Studium passt wirklich zu mir und meinen Träumen? Das ist eine große Frage. Junge Leute berichten über eine wegweisende Entscheidung

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          Der 15-jährige Lars Hoffman ist in der zehnten Klasse auf der Realschule der TTS in Niedernhausen, einer Gemeinde in der Nähe von Wiesbaden. Nächstes Jahr im Sommer macht er seinen Realschulabschluss. Wie viele andere Kinder aus seiner Klasse weiß Lars noch nicht, was er nach seinem Abschluss machen soll. Viele Jugendliche und auch Erwachsene kennen diese Situation. Lars hat sich bereits über einige Möglichkeiten informiert, ist jedoch zu keinem Entschluss gekommen. „Ich will nicht die falsche Entscheidung treffen“, sagt er. Auch Tolga Bal kann sich an seine Entscheidung in dieser Situation erinnern. In Jogginghose kommt der mittlerweile 30-jährige zurzeit Arbeitslose zum Interview. Die Schule hat er bereits in der neunten Klasse abgebrochen. „Ein Fehler“, sagt er heute. „Ich wünschte, ich hätte mich dazu entschieden, wenigstens meinen Realschulabschluss zu machen.“ Seit einigen Wochen lebt er wieder bei seinen Eltern, weil im Augenblick eine eigene Wohnung zu teuer sei. Die Schule so früh abzubrechen war eine schwerwiegende Fehlentscheidung. Nach Erreichen des Abschlusses fangen viele Jugendliche eine Ausbildung an. Die Wahl der Ausbildung wird manchmal spontan, ohne groß zu überlegen, getroffen. So sind viele mit ihrer Ausbildung unzufrieden. Im Durchschnitt bricht jeder Vierte in Deutschland seine Ausbildung ab.

          Durch seinen Ehrgeiz hat er es geschafft

          Ali Kara hat hingegen seine Ausbildung ganz bewusst gewählt. Der 29-jährige, aus der Türkei stammende Familienvater ist Besitzer seines eigenen Friseursalons. „Ich wusste von Anfang an, was ich machen wollte, und deshalb habe ich keinen Sinn darin gesehen, nach meinem Realschulabschluss noch die Oberstufe zu besuchen.“ Die Schulzeit war für ihn nicht wichtig. Für ihn stand die Entscheidung, Friseur zu werden, schon früh fest. Den finanziellen Punkt hat er zu Beginn der Ausbildung nicht beachtet. Erst mit der Zeit wurde ihm klar, dass er zukünftig mehr Geld verdienen will. „Ab dann war das Ziel, einen eigenen Salon zu eröffnen.“ Durch seine Zielstrebigkeit und seinen Ehrgeiz hat er es geschafft, bereits zwei Jahre nach seiner Ausbildung seinen eigenen Salon in der Nähe von Frankfurt zu eröffnen. Im Gegensatz dazu habe seine 31-jährige Schwester die falsche Entscheidung getroffen, berichtet er. Sie habe sich nach der Mittelstufe für eine Ausbildung als Kauffrau im Einzelhandel entschieden. Diese Entscheidung habe sie bereut. „Heute sagt sie mir, dass sie damals lieber Medizin oder Jura studiert hätte.“

          Darauf ist er nur zufällig gestoßen

          Ein gelungenes Beispiel für die richtige Entscheidung ist Eren Bahar, der mit 27 Jahren sein Lehramtsstudium beendet hat und nun zufrieden als Beamter im Rathaus der Gemeinde Niedernhausen arbeitet. Er ist zuständig für jegliche Jugendaktivitäten der Gemeinde, zu Beispiel ist er für das Jugendzentrum verantwortlich und begleitet hin und wieder Kindergarten- und Schulklassen bei Ausflügen. Der Kontakt und Umgang mit Kindern und Jugendlichen hat Eren schon immer Spaß gemacht, deshalb sollte sein zukünftiger Beruf in die Richtung gehen. „Ich habe den Job als Lehrer schon in meiner Schulzeit als sehr angenehm empfunden, die vielen Ferien und der Kontakt mit Kindern gefallen mir. Die Entscheidung, welchen Weg ich gehe, stand somit schon fest“, sagt er stolz. Auf den „interessanten Job“ im Rathaus sei er nur zufällig gestoßen, doch dieser scheint ihm bis heute Spaß zu machen. Daher rät er den Jugendlichen, die ihre Entscheidung über den Bildungsweg treffen müssen: „Entscheidet euch nach dem, was ihr auch wirklich machen wollt.“

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