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Vielseitigskeitsreiterin : Großes Geländegefühl

  • -Aktualisiert am

Sophia ist Vielseitigkeitsreiterin im Bundeskader. Um mehr Zeit für ihre Pferde und den Sport zu haben, ist die 16-jährige Eiflerin aufs Internat gewechselt.

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          Das ist mega groß da, es gibt so viele Spring- und Dressurplätze“, schwärmt Sophia Rössel. „Wenn man mal allein trainieren möchte, findet man immer einen Platz, wir dürfen auch in der nahe gelegenen Sportschule der Bundeswehr trainieren. Das ist echt praktisch, vor allem sind meistens alle Trainer vor Ort.“ Der Bundesstützpunkt des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei, DOKR, liegt in Warendorf im Münsterland, wurde 1913 gegründet und gilt als international bekannte „Pferde-Hochburg“. Die 16-jährige Vielseitigkeitsreiterin aus Mayen wurde vergangenes Jahr in den Nachwuchskader der Ponyreiter berufen und wird vom Bundestrainer Fritz Lutter trainiert. Alles fing damit an, dass sie ihre Kindergartenfreundinnen zum Voltigieren begleitet hat. Das machte ihr so viel Spaß, dass sie Reitstunden auf dem Gestüt Geisbüschhof in ihrer Heimat nahm. Mit neun Jahren bekam sie ihr erstes Pony. „Mit Amazing Moment habe ich an Turnieren teilgenommen. Ein paar Jahre später habe ich dann Rapunzel, mein Dressurpony, und Navarina bekommen, mit ihr bin ich Springen geritten“, erzählt die zierliche Sophia, deren Gesicht von langen blonden Haaren umrahmt wird. Mit Navarina nahm die ehrgeizige Reiterin an ihrem ersten Vielseitigkeitsturnier teil. Sie verbesserte sich stetig und feierte mit ihrem Pony Camillo ihren ersten großen Erfolg: die Nominierung zur Europameisterschaft 2018 im britischen Bishop Burton. Sie absolvierte Dressur und Geländeritt mit Bravour, lag auf dem dritten Platz. „Dann ging alles komplett in die Hose. Ich war so nervös und habe die Nerven verloren. Hinzu kommt, dass man im Vielseitigkeitsreiten auch immer in umgekehrter Reihenfolge startet, das heißt, die Besten starten als Letzte. Dadurch wurde noch mal Druck aufgebaut.“ Sophia wurde Sechsundzwanzigste. Obwohl dies insgeheim immer noch ein bisschen weh tue, ist sie trotzdem stolz auf ihre Leistung, denn England sei für besonders schwierige Parcours bekannt. „Auch mein Bundestrainer meinte, dass er etwas so Schwieriges auch noch nicht gesehen hat.“

          Auf die Schule nach Warendorf

          Beim Vielseitigkeitsreiten müssen die Einzeldisziplinen Dressur, Geländeritt und Springen absolviert werden. Ihr erstes internationales Turnier im vergangenen Jahr gewann die selbstbewusste Sportlerin mit ihrem Camillo im holländischen Oudkarspel. Ihre zweite Europameisterschaft in Strzegom in Polen beendete sie erfolgreich auf dem sechsten Platz. „Vor einem Turnier arbeite ich jeden Tag mit Camillo, meistens gehe ich zweimal in der Woche in den Wald, habe einmal in der Woche Springtraining, alle fünf bis sechs Tage fahren wir zum Galopptraining, zwischendurch habe ich noch Dressur- und Geländetraining.“ Aufgrund des Zeitaufwands wechselte Sophia auf das Internat nahe Warendorf, das mit dem DOKR kooperiert. „Vorher haben mich meine Eltern mehrmals die Woche zum Training oder zu Turnieren gefahren, das wurde irgendwann zu viel.“ Sophia hat sich gut eingelebt, wird nach der Schule abgeholt und zum zehn Minuten entfernten Bundesstützpunkt gebracht. „Ich bin immer froh, wenn ich mal wieder zu Hause bin, zum Beispiel in den Ferien“, erklärt sie, fügt aber stolz an, dass ihre Eltern sie zu jedem Turnier begleiten und sie viel zusammen erleben. Steht ein Turnier an, reist man mittwochs an, donnerstags und freitags findet die Dressur statt, samstags der Geländeritt und sonntags das Springen.

          Sie muss sich das wieder erarbeiten

          Außerdem muss eine Verfassungsprüfung absolviert werden, der Gesundheitszustand des Pferdes wird überprüft. Künftig ist Sophia bei den „unter 18-Jährigen“ in der Gruppe der Junioren. Damit ist der Umstieg von Ponys auf Großpferde verbunden. Sie trainiert bereits mit ihrem Großpferd Samba PJ und ihrem fünfjährigen Nachwuchspferd Tullibards Tic Toc. Nach der Winterpause gehört Sophia somit nicht mehr dem Bundeskader an. „Ich muss mir das jetzt wieder erarbeiten. Wenn ich gut bin, werde ich wieder in den Bundeskader berufen.“ Ihr Ziel ist es, die Europameisterschaft der Junioren mitzureiten. Am liebsten trainiert sie im Gelände: „Das macht von allen Disziplinen am meisten Spaß, das Gefühl, das man dabei hat, kann man gar nicht beschreiben.“

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