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Synchronsprecherin : Sie leiht Sandra Bullock und Cate Blanchett ihre Stimme

  • -Aktualisiert am

Die Berliner Synchronsprecherin Bettina Weiß hat schon vielen Schauspielerinnen ihre Stimme gegeben und spielt deren Texte nach. So unauffällig wie möglich.

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          Wenn es gut gemacht ist, guckst du dem Schauspieler in die Augen und denkst übers Synchronsprechen nicht nach“, sagt Bettina Weiß. Tatsächlich soll die Arbeit eines Synchronsprechers so unbemerkt wie möglich bleiben. Der Zuschauer soll nicht einmal darüber nachdenken, dass die Schauspieler im Original gar nicht deutsch sprechen. Hinter dieser Fassade, die alles so mühelos wirken lässt, steckt eine ganze Menge Arbeit. Die 50-Jährige ist seit mehr als 25 Jahren Synchronsprecherin und hat vielen Schauspielerinnen ihre Stimme geliehen, unter anderen Sandra Bullock, Rachel Weisz und Cate Blanchett.

          Etwas Sinnliches

          Das Erste, was einem auffällt, wenn man die Berlinerin abseits von Studios, Synchronregisseuren und Dialogbüchern trifft, ist ihre Stimme: Sie ist weich, hat etwas Sinnliches, ist aber auch dynamisch. Diese passt wunderbar zu den dunklen, offenen Haaren, dem freundlichen, jung gebliebenen Gesicht und dem herzlichen Lächeln, die ihr Erscheinungsbild ausmachen. Auch wenn sich beim aufmerksamen Zuhören die eine oder andere Figur in ihrer Stimme wiederfindet, klingt sie nicht wie Sandra Bullock oder eine andere der Schauspielerinnen, die sie regelmäßig synchronisiert, sondern eher wie die Grundlage für all diese Variationen. Das liegt daran, dass sie im Studio ihre Stimme an den jeweiligen Charakter anpasst und Stimmlage, Sprechtempo und Stimmfarbe je nach Bedarf verändert.

          Kraft für Wutausbrüche

          „Man hängt sich da irgendwie dran“, erklärt Weiß auf die Frage, wie diese Anpassung funktionieren würde. Wenn jemand im Original eher hoch und mit einem Dauergrinsen spreche, ahme man das automatisch ein bisschen nach. Hinzu komme, dass der Text ja nicht einfach abgelesen, sondern eher nachgespielt werde. Man müsse nachfühlen, was der Charakter auf der Leinwand in diesem Moment fühlt, „denn das muss ja auch zum Gesicht passen“. Für Wutausbrüche brauche man zum Beispiel einfach die Kraft in der Stimme, „sonst nimmt dir das keiner ab“. Ähnliches gelte auch für Liebesbekundungen und traurige Momente.

          In letzter Minute von Prominenten ersetzt

          Dafür ist oft schauspielerisches Talent gefragt, weshalb viele Synchronsprecher gelernte und berufserfahrene Schauspieler sind. Der Einstieg ist trotz zahlreicher Schulen, die Sprecher ausbilden, schwierig. Viele erfolgreiche Kollegen von Weiß sind irgendwie in den Beruf reingerutscht. So auch sie selbst, die nach ihrer Schauspielausbildung eher durch Zufall zum Synchronsprechen kam. Mit ihrem ersten Kinofilm, dem Thriller „Tödliche Gedanken“, hatte sie sofort Glück und durfte die Hauptrolle sprechen. Aber sie hatte auch Pech: Sie sei bereits in mehreren Animationsfilmen in letzter Minute durch Prominente ersetzt worden, die mit ihrem Namen dazu beitragen sollten, den Film besser zu vermarkten. Das war zuletzt bei dem Film „Minions“ der Fall, in dem Weiß bereits den Trailer gesprochen hatte, im endgültigen Film jedoch durch Carolin Kebekus ersetzt wurde. „Da wollten sie dann wieder Gesichtsprominenz haben“, stellt sie recht nüchtern, doch auch ein wenig enttäuscht fest.

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