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Straßenverkehr : Von 2011 an Führerschein mit 17

  • Aktualisiert am

So jung werden künftig die Führerscheinkandidaten sein Bild: Marcus Kaufhold

Von 2011 an können Jugendliche in Deutschland schon mit 17 Jahren den Führerschein machen, dann aber nur in Begleitung eines Erwachsenen fahren. Damit werden bisher befristete Modellprojekte der Bundesländer geltendes Recht.

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          Jugendliche sollen künftig schon mit 15 anstatt wie bisher mit 16 Jahren einen Mopedführerschein machen dürfen. Ein entsprechender Antrag der Koalitionsfraktionen Union und FDP wurde am Mittwoch vom Verkehrsausschuss des Bundestags in Berlin angenommen. In der Begründung hieß es, die neue Altersregelung verbessere vor allem die Mobilität auf dem Land. 15-Jährige sollen deshalb künftig Mopeds samt Beifahrer, Quads und vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge mit maximal 45 Stundenkilometern steuern dürfen. Die Opposition stimmte gegen den Antrag, der jetzt in die Ressortabstimmung geht. Zudem legte Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) einen Gesetzentwurf für den bundesweiten Führerscheinerwerb bereits mit 17 Jahren vor.

          Jugendliche, die in abgelegenen Regionen lebten, könnten mit einem Mopedführerschein bereits ab 15 weite Strecken flexibel zurücklegen, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Die FDP verwies darauf, dass es anderen europäischen Ländern wie Österreich bereits eine solche Regelung gelte. Auch in der DDR sei dies der Fall gewesen.

          Die Zahl der Unfälle mit Todesfolge hat sich verzehnfacht

          SPD, Grüne und Linke argumentierten, in Österreich habe sich nach Herabsetzung des Führerscheinalters auf 15 Jahre die Zahl der Unfälle mit Todesfolge verzehnfacht. „Es ist unverantwortlich, dass diese Hochrisikogruppe jetzt auch noch eine Lizenz zum Schnellfahren bekommt“, sagte der Grünen-Verkehrspolitiker Winfried Hermann. Der SPD-Verkehrsexperte Florian Pronold bemerkte, auf dem Land bleibe die Mobilität von Jugendlichen auch mit einem Moped schwierig.

          Auch der ADAC sprach sich gegen den Antrag von Union und FDP aus. Argumente für eine Herabsetzung des Mindestalters seien aus Sicht der Verkehrssicherheit nicht erkennbar, teilte der Automobilclub mit. 15- Jährige seien unerfahren mit höheren Geschwindigkeiten und könnten Gefahren schlecht einschätzen. Durch die Regelung würden Mopeds für Jugendliche attraktiver.

          Weitgehende Einigkeit herrscht hingegen bei dem Plan, den Erwerb eines Autoführerscheins von Januar 2011 an bereits mit 17 anstatt wie bisher mit 18 Jahren zu ermöglichen. Danach sollen die befristeten Modellprojekte der Länder in eine bundesweite Dauerlösung überführt werden. Jugendliche können dabei mit 17 den Führerschein machen, dürfen dann aber nur in Begleitung eines Erwachsenen ans Steuer. Das Kabinett will voraussichtlich im August den Gesetzentwurf von Verkehrsminister Ramsauer beschließen. Ein Ministeriumssprecher sagte: „Der Führerschein mit 17 erhöht die Kompetenz der jungen Fahrer und ist gut für die Verkehrssicherheit.“

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