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Strafverteidiger : Wie kann man Mörder verteidigen?

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Gefühle bleiben außen vor. Das ist zumindest der Anspruch: Ein junger Strafverteidiger über gesunde Skepsis und seine Aufgabe im Rechtsstaat

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          Hinter ihm erkennt man schemenhaft die blaue Brücke in Freiburg. Es ist Nacht, doch die Stadt ist hell erleuchtet. Er sitzt mit Anzug in seinem Büro und redet selbstbewusst in die Kamera. Der junge Strafverteidiger Florian Rappaport erklärt in einem Video, was zu tun ist, wenn man einen Strafbefehl im Briefkasten findet. Auch zu Themen wie Hausdurchsuchungen oder Vorladungen gibt es Informationen im „Ratgeber Strafrecht“ auf der Website. Fakten anschaulich präsentieren kann Rappaport gut, da er einige Zeit als Journalist tätig war.

          „Ich wollte nicht immer Jurist werden, das ist etwas, das sich entwickelt hat, über viele Jahre“, sagt Rappaport, der vor seiner Zeit als Strafverteidiger für die Süddeutsche Zeitung und die Radiosender der ARD tätig war. Er blickt gerne auf diese Zeit zurück. Dinge, die er am Journalistsein mochte, begegnen ihm in seinem jetzigen Beruf wieder. „Man hat mit vielen ganz unterschiedlichen Leuten intensiven Kontakt.“

          Damit das Verfahren fair verläuft

          Für den sympathischen Mann mit den kurzen, braunen Haaren ist Strafverteidiger der spannendste und sinnvollste Beruf, den man als Jurist überhaupt machen kann. „Die Mandanten brauchen mich dringend, es geht um viel.“ Außerdem ist der Beruf abwechslungsreich, jedes Verfahren ist anders. Manchmal gibt es schon mit einem Anruf eine sinnvolle Lösung, manchmal dauert ein Verfahren mehrere Monate oder Jahre. Wer Strafverteidiger werden will, sollte ein Gespür dafür haben, welche Argumente überzeugen können. Er muss gut zuhören und die richtigen Fragen stellen können, um an wichtige Informationen zu kommen. Denn die braucht ein Strafverteidiger, um sicherstellen zu können, dass ein Verfahren für seine Mandanten fair verläuft. Jeder, der als Angeklagter vor Gericht steht, hat einen Anspruch auf ein gerechtes Verfahren. Die Realität aber sieht anders aus: „Überrascht hat mich, als ich angefangen habe, wie oft es doch zu Fehlurteilen kommt, das hatte ich mir so während des Studiums nicht vorgestellt.“ Da Rappaport das als schockierend empfindet, geht er dagegen vor. „Man erreicht nicht immer den Freispruch. Aber wir kriegen oft innerhalb dessen, was möglich ist, ein sehr gutes Ergebnis.“ Am Telefon berichtet er von einem Fall, der sich so vor ein paar Wochen ereignete: Ein Geschädigter sagte vor Gericht aus, nach einer Schlägerei wehrlos am Boden liegend weiter getreten worden zu sein. Zwei Zeugen bestätigten diese Geschichte. „Das ist natürlich eine Situation, in der jedes Gericht von der Schuld meines Mandanten überzeugt wäre. Da kann er noch so sehr schwören, dass es anders war“, erklärt Rappaport ruhig. Allerdings konnte er dem Gericht ein Video des Vorfalls vorlegen. Und: In diesem Video lag niemand auf dem Boden.

          Dann hat jeder seine Durchwahl

          Wenn ein Urteil doch mal schlecht für einen Mandanten ausgeht, nimmt das den 32-Jährigen auch persönlich mit. Gerade wenn er das Verfahren lange mit dem Klienten vorbereitet und diesen gut kennengelernt hat. Er betont, dass er den Kontakt mit seinen Mandanten besonders schätzt. „Deswegen hat auch jeder direkt meine Durchwahl und kann mich immer anrufen, sogar am Wochenende.“

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