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Sommereis im Test : Wo Milch und Wasser fließen

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Farbenfrohe Pracht: Beim Wassereis gilt „hauptsache bunt” Bild: Andreas Pein

Das Eis am Stiel gehört zum Sommer, auch wenn die Sonne sich so selten blicken lässt wie in diesem Jahr. Zeit also für einen Test populärer Sorten, die uns nicht nur Genuss schenken, sondern auch die Erinnerung an unschuldigere Zeiten.

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          Gerade in einem verregneten Sommer denkt man sich besonders intensiv an jene herrlichen Tage zurück, die man als Kind im Schwimmbad zugebracht hat. Auch wenn die in der Vergangenheit sich sonnenden Gedanken die Wolken naturgemäß nicht vom Himmel zu fegen vermögen, so kann doch etwas, das fest zur Ikonographie des Freibads gehört, die triste Gegenwart erhellen: das Eis am Stiel.

          Für diese Herrlichkeit nimmt man auch den einen oder anderen Nachteil in Kauf: zum einen, dass man auf industriell hergestelltes Eis angewiesen ist - zum anderen die mit jedem Zungenschlag anwachsende Gefahr der Bekleckerung von Hemd und Hose.

          Speiseeis gehört zu den wichtigsten Bühnen des Zuckers. Weil er als reiner Geschmack mit einer Grundfarbe zu vergleichen ist, bedarf es der Abtönung, um ihn attraktiv werden zu lassen. Vanille und Kakao erfüllen diesen Zweck, weil sie dem Zucker - einmal mild, einmal herb - Eindeutigkeit und Schärfe nehmen. Früchte, die als Aromalieferanten mindestens genauso beliebt sind, bilden dagegen eine Opposition zur puren Süße. Sie wird maßgeblich von Säure bestimmt, beraubt den Zucker der Wucht und unterstreicht den Erfrischungsaspekt.

          Experten testen die Klassiker aus der Kühltruhe

          Wo Vanille und Kakao zu ihrer Entfaltung auf Fett angewiesen sind und deshalb zumeist als Milch- oder Sahneeis angeboten werden, benötigt Fruchteis dergleichen nicht. Wasser und Zucker genügen, um Erdbeere oder Orange zur Geltung zu bringen. Milch und Wasser, diese beiden Grundrichtungen, werden beim Eis am Stiel besonders deutlich getrennt gehalten - eine rigide Unterteilung, die sich bis in die Tiefkühltruhe der Tankstelle, des Supermarkts, des Kinos, der Videothek und nicht zuletzt des Schwimmbad-Kiosks fortsetzt.

          Um die verschiedenen Sorten aus ihrem allgegenwärtigen Marken-Image heraustreten zu lassen und sie als Genussmittel des täglichen Lebens zu untersuchen, traf sich eine Testrunde im Restaurant "VAU" beim Berliner Gendarmenmarkt. Das von Fernsehkoch Kolja Kleeberg geführte Restaurant verfügt über eine für Berliner Verhältnisse ungewöhnlich gute Patisserie, und deren Protagonisten Katharina Czech und Stefan Winter genügten vorurteilslos ihrer Aufgabe.

          (1) "Nogger"

          Als Kind des Wirtschaftswunders vereint dieses Langnese-Produkt gleich mehrere Erfolgsmerkmale: schneeweißes Vanilleeis sowie eine Haut aus dunkler Schokoladenglasur, die mit Haselnusssplittern aufgerauht ist. Zudem zeugt sein heute ein wenig nach Befehlston klingender Slogan "Nogger Dir einen!" von einer gewissen Historizität. Dazu passt, dass der typische Milcheis-Kern nach Kondensmilch à la Milchmädchen schmeckt.

          Ohnehin verdankt sich der bleibende Eindruck einer Hülle, die sowohl Kakao als auch Nusskrokant in zweifellos öliger Textur erstaunlich ersprießlich zum Ausdruck bringt. "Cortina", das vergleichbare Erzeugnis von Nestlé-Schöller, fällt wegen einer den Kakao nicht deutlich genug definierenden Schokoschicht ab und hinterlässt zudem einen überraschend neutralen Wasserfilm auf der Zunge.

          (2) "Humana Ice Fantasy Big Choc"

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